Deutscher Gewerkschaftsbund

16.12.2014

Marktheidenfelder Bürgermeisterin im Gespräch mit dem DGB

v.l.n.r. Marco Netrval, Helga Schmidt-Neder, Lena Werner, Björn Wortmann

v.l.n.r. Marco Netrval, Helga Schmidt-Neder, Lena Werner, Björn Wortmann DGB Aschaffenburg

Karlstadt. Die Marktheidenfelder Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder (Freie Wähler) hat eine Delegation des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Rathaus empfangen. Die DGB Kreisverbandsvorsitzende von Main-Spessart Lena Werner sowie ihr Stellvertreter Marco Netrval kamen in Begleitung von Gewerkschaftssekretär Björn Wortmann nach Marktheidenfeld. Es wurde sich über regionale Struktur-, Arbeitsmarkt- und Asylpolitik ausgetauscht.

Das Klinikum Main-Spessart hat Standorte in Lohr, Marktheidenfeld und Karlstadt. Aufgrund des Defizites gibt es eine Debatte über die Zukunft der Standorte des Klinikums. Die Marktheidenfelder Bürgermeisterin versicherte, sich für den Erhalt des Standorts in Marktheidenfeld einzusetzen.

Die Ausbildungsplatzsituation in Main-Spessart folgt nicht dem Bayernweiten Trend hin zu einer Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt. In Main-Spessart fehlen über 350 Ausbildungsplätze, um von einem auswahlfähigen Angebot sprechen zu können. Viele Jugendliche landen in Maßnahmen statt in Ausbildung kritisierten die drei Gewerkschafter. Frau Schmidt-Neder betonte, dass man das duale System stärken und genügend Angebote für die jungen Menschen schaffen müsse. Das Ziel in ihrer Verwaltung sei es, junge Menschen auszubilden und im Anschluss an die Ausbildung auch als Fachkräfte zu übernehmen.

Es ist beabsichtigt, die Gewerbeflächen auszuweiten, um mehr Raum für Neuansiedelungen von Unternehmen zu schaffen und den Expandierungswünschen von Firmen gerecht zu werden. Ziel sei es, Marktheidenfeld als Mittelzentrum zu stärken. Dabei sollen beispielweise der ÖPNV ausgebaut und ausreichend Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden.

Der DGB Kreisverband beschäftigt sich mit dem Thema Asylpolitik. Angesichts der Situation im Landkreis Main-Spessart, der jede Woche rund 15 Flüchtlinge aufnimmt, sehen sich die DGB-Funktionäre in der Pflicht, sich zu beteiligen, um eine Willkommenskultur zu schaffen. Der Vorstand entsendete zu den runden Tischen in Lohr und Karlstadt jeweils einen Vertreter. Ziel müsse es sein, Berührungsängste auf beiden Seiten abzubauen und so Integration zu ermöglichen. Als mögliche Maßnahmen kommen z.B. Übergangsklassen in Frage, in denen minderjährige Flüchtlinge die Sprache lernen können, bevor sie voll in den Unterricht einsteigen. Für Kinder im Vorschulalter sollten entsprechend Kindergartenplätze zur Verfügung gestellt werden.

Die Bürgermeisterin verwies auf die Angebote der Stadt.  Es wurden VHS Sprachkurse eingerichtet, die von Ehrenamtlichen begleitet werden. Die Stadt bezahlt den Transport zu den Sprachkursen und setzt sich für eine aktive Integration der Flüchtlinge in die Arbeits- und Lebenswelt ein.


Nach oben