Deutscher Gewerkschaftsbund

05.08.2014
Werkverträge, Tarifbindung, Klinikum

DGB im Gespräch mit dem Oberbürgermeister von Aschaffenburg

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Aschaffenburg. Am 30.07.2014 fand ein Gespräch zwischen dem Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg, Klaus Herzog und den drei Gewerkschaftern Rudi Großmann, DGB Kreisverbandsvorsitzender, Percy Scheidler, 1. Bevollmächtigter der IGM und Björn Wortmann, DGB-Gewerkschaftssekretär, statt.

Dabei wurden aktuelle gewerkschaftspolitische Themen in der Region besprochen. Als politischer Arm der acht Mitgliedsgewerkschaften wirbt der DGB für eine lebendige Kommune, die die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördert und Rahmenbedingungen für gute und sichere Arbeit mitgestaltet.

Björn Wortmann skizzierte zu Beginn des Gesprächs Herausforderungen, denen sich Gewerkschaften konfrontiert sehen. Die Tarifbindung hat in den letzten Jahren so stark abgenommen, dass nur noch rund 1/3 der Betriebe tarifgebunden ist, was die Beschäftigten spüren. „Keine Tarifbindung bedeutet keine tarifliche Lohnerhöhung. Hier kann die Kommune Akzente setzen und Bedingungen an die Vergabe öffentlicher Aufträge knüpfen, die gute Arbeit fördern“, meint Wortmann.

Die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses wurde ebenfalls thematisiert. Atypische prekäre Beschäftigungsformen wie Leiharbeit, Befristung oder Minijobs haben in den letzten Jahren auf dem regionalen Arbeitsmarkt zugenommen. Percy Scheidler ging in diesem Zusammenhang auf das Thema Werkverträge ein. „Werkverträge treten auf die Tagesordnung. Dabei gliedern Betriebe zunehmend Arbeit in Randbelegschaften aus“, meint Scheidler. Auch in der Region ließe sich dieses Phänomen insbesondere bei industriellen Dienstleistern feststellen. Daher sei ein Diskurs mit der Stadt über die Entwicklung von Industriearbeitsplätzen in der Region erstrebenswert.

Rudi Großmann unterstrich die Bedeutung und die Notwendigkeit von Kliniken in kommunaler Hand. Im Zuge der Verhandlungen um die Kooperation der beiden Kliniken Aschaffenburg und Alzenau-Wasserlos mit Hanau müsse die Tarifbindung bestehen bleiben und die Beschäftigten in diesem Prozess mitgenommen und eingebunden werden.

Der Oberbürgermeister Herzog zeigte sich erfreut, dass nach der Neukonstituierung des DGB am Untermain der Gesprächsfaden zwischen dem DGB und der Stadt wieder aufgenommen und kontinuierlich fortgeführt wird. Insbesondere in den Bereichen Fachkräftesicherung, Infrastruktur, Nahverkehr, Gewerbeflächen sowie Fragen zur Wirtschaftspolitik sieht er den DGB als wichtigen Diskussionspartner. Im September wurde bereits ein Folgetermin vereinbart, um die aufgeworfenen Themen zu vertiefen.


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