Deutscher Gewerkschaftsbund

03.11.2014
Ausstellung vom 28. Oktober bis 15. November 2014 im Rathaus Mömlingen

Ausstellungseröffnung zum Thema Neofaschismus in Deutschland

Ausstellungseröffnung Mömlingen

v.l.n.r. BR, Rudi Großmann, Harald Staier, Irmhild Rittmeyer, Björn Wortmann, Horst Raupp DGB Unterfranken

Mömlingen. Am 28.10.14 fand im Mömlinger Rathaus die Veranstaltung zur Eröffnung der Ausstellung Neofaschismus in Deutschland statt. Die Ausstellung informiert über die Ideologie und Praxis des Neofaschismus und benennt Ursachen für die Ausbreitung rassistischen, nationalistischen und fremdenfeindlichen Denkens und Handelns. Das Bündnis Odenwald gegen Rechts hat die Ausstellung der Vereinigung der Opfer des Naziregimes (VVN-BdA) nach Mömlingen geholt. Die beiden DGB Kreisverbände Odenwaldkreis und Aschaffenburg-Miltenberg unterstützen neben Parteien, Kommunen und Bündnispartnern die Ausstellung.

Der DGB-Kreisverbandsvorsitzende und Mitgründer des Bündnisses Odenwald gegen Rechts Harald Staier moderierte die Ausstellung. Bei seinen einleitenden Worten betonte er, warum Mömlingen als Ausstellungsort gewählt wurde. Es gibt eine aktive Neo-Nazis Szene im Odenwald. Auch Mitglieder der rechten Hooligan-Gruppe Kategorie C kommen aus der Region. Dabei ging er auch auf die Ereignissen in Köln am 26.10.2014 ein. Hooligans und Neonazis in einer Gruppe boten ein Bild der Gewalt, das der Rechtsstaat nicht zulassen dürfe.

In seinem Grußwort würdigte der Miltenberger Landrat Jens Marco Scherf das Engagement des Bündnisses gegen Rechts. Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Diskriminierung und Rassismus ist in der Auseinandersetzung um Freiheit bedeutend. Scherf appellierte an die rund 70 Anwesenden Gäste: „Wir alle müssen für Freiheit eintreten.“ 

Bürgermeister Siegfried Scholtka stellt gerne sein Rathaus für eine solche Ausstellung zur Verfügung. Er hofft, dass die Bevölkerung in und um Mömlingen für das Thema sensibilisiert werde und wünscht sich viele interessierte Besucher. In Zeiten, in denen sich immer weniger Menschen an Wahlen beteiligen, müsse es gemeinsame Aufgabe sein, die Demokratie zu schützen und für sie zu werben.

Die Sprecherin des Bündnisses Odenwald gegen Rechts Irmhild Rittmeyer gab zum Abschluss der Eröffnung einen Überblick über die Konzipierung und den Aufbau der Ausstellung. Mit einem Smartphone könne über ein QR-Code ein Audio Guide gestartet werden, der beispielsweise Hintergrundinformationen zu Liedern mit rechtem Gedankengut liefere. Irmhild Rittmeyer schilderte, warum die Ausstellung bewusst nicht „Rechtsextremismus“, sondern Neofaschismus genannt wurde. Hintergrund ist, dass der Begriff „Rechtsextremismus“ den Eindruck erwecken könne, dass er weit von der Gesellschaft also etwas „Extremes“ sei. Sie ist jedoch der Überzeugung, dass rechte Ressentiments in der Mitte der Gesellschaft verankert seien und dort auch in der Auseinandersetzung angesetzt werden müsse.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr, mittwochs zusätzlich von 14 bis 18 Uhr, freitags 9 bis 12 Uhr sowie samstags 14 bis 17 Uhr und sonntags 11 bis 17 Uhr begehbar. Führungen sind nach Anmeldung unter info@odenwald-gegen-rechts.de oder 06061 969911 auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Ausstellungseröffnung Scherf

Landrat Miltenberg Jens Marco Scherf DGB Unterfranken

Ausstellungseröffnung Mömlingen

Ausstellungseröffnung Mömlingen DGB Unterfranken


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