Deutscher Gewerkschaftsbund

16.07.2014
Delegiertenversammlung der IG Metall Würzburg

Klare Absage an das TTIP

Delegiertenversammlung der IG Metall Würzburg in Eibelstadt

Delegiertenversammlung der IG Metall Würzburg in Eibelstadt DGB Unterfranken


Eibelstadt. Während ihrer Delegiertenversammlung haben die Würzburger IG Metaller dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA eine deutliche Absage erteilt. Die Delegierten richteten am Dienstagabend einen eindeutigen Appell an ihre Organisation, mehr Aktivitäten zu entwickeln, um das Abkommen zu stoppen. Walther Mann, erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg: „Wir müssen dem Spuk ein Ende bereiten und die Gewerkschaften müssen sich an die Spitze der Bewegung gegen das Abkommen stellen“.

Eingangs bewerteten Walther Mann und zweiter Bevollmächtigter Werner Flierl die politische Lage. Die Einführung der „Rente mit 63“ und die Einführung eines „Mindestlohnes“ betrachteten beide Gewerkschafter kritisch. Sowohl die Ausnahmen beim Mindestlohn, wie auch das Festmachen der Rente mit 67 seien falsch. Im Hinblick auf bevorstehende Tarifrunden kündigte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Würzburg an, die Ergebnisse einer Beschäftigtenbefragung als qualitative Forderungen „für eine bessere Balance zwischen Arbeit und Leben“ in künftige Tarifkämpfe einzubringen.

Die vergangenen Betriebsratswahlen sah der Gewerkschafter als einen Erfolg: „In unserem Bereich spielen die christlichen Gewerkschaften keine Rolle mehr, 19 Prozent aller neugewählten Interessensvertreter sind zwischen 18 und 35 Jahre alt und bei der Wahlbeteiligung liegen wir in Würzburg gut im Trend“. Dennoch: Gerade bei der Wahlbeteiligung sei verstärkt daran zu arbeiten, dass es wieder aufwärts gehe. Am Ende des Geschäftsberichtes stand eine youtube-Filmsequenz. Dabei war zu sehen, wie sich Metaller bei Bavaria Yachtbau aus Giebelstadt in Frankfurt an einem Fußball Turnier der „Respekt!“ Initiative beteiligten und gegen Rassismus und für Respekt Flagge zeigten.

Wolfgang Lamb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall beschäftigte sich in seinem Referat mit der Frage, welche Rolle die IG Metall im europäischen Gefüge spiele. Er ging auf die Wahlen zum EU Parlament ein und kritisierte insbesondere den Einzug der faschistischen NPD in das Parlament. Die IG Metall habe aktuell ein Büro in Brüssel eröffnet. Ziel sei es auch, europäische Betriebsrätestrukturen zu stärken, „ um der Standortkonkurrenz entgegenzuwirken“. Insgesamt gehe es darum, die soziale Lage der Menschen in Europa zu verbessern und Angriffe auf soziale Standards und Mitbestimmungsmöglichkeiten wirksam zu begegnen. Bei TTIP rief Lamb dazu auf, Aktivitäten beispielsweise von Campact zu unterstützen.

Die IG Metall Jugend warb im Verlauf der Delegiertenversammlung für einen Aktionstag im Rahmen der Kampagne „Revolution Bildung“ am 27. September und kündigte eine starke Teilnahme an. DGB Sekretär Norbert Zirnsak informierte über eine DGB Veranstaltung zur Frage „Union busting - der professionellen Bekämpfung von Gewerkschaften“ am 23. Juli in Würzburg. Außerdem berichtete er von Gesprächen für eine Würzburger Initiative gegen das TTIP Abkommen. Man wolle dabei insbesondere die Stadt und den Landkreis Würzburg dazu auffordern, sich gegen die Freihandelsverträge zu positionieren, und sich mit den negativen Folgen für die kommunale Selbstverwaltung zu befassen.

Campact - Informationen zu TTIP

https://www.campact.de/ttip/appell/5-minuten-info/

 


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