Deutscher Gewerkschaftsbund

27.08.2014
Die Arbeit muss zu den Menschen und nicht umgekehrt

DGB-Vertreter im Dialog mit dem bayerischen Justizminister Prof. Dr. Bausback

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bausback_gerlach_höfler_körprich_wortmann DGB Unterfranken

Aschaffenburg. Am 25.08.2014 empfingen Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback und die CSU Landtagsabgeordnete Judith Gerlach drei Gewerkschafter in ihrem Aschaffenburger Abgeordnetenbüro. Manfred Höfler, stellv. Vorsitzender des DGB Kreisverbandes, Stephan Körprich von der IG Metall und Björn Wortmann vom DGB-Büro Aschaffenburg nahmen an dem Gespräch teil. Insbesondere regionale Struktur- und Arbeitsmarktpolitik wurden im Rahmen des Gesprächs thematisiert.

Finanzminister Markus Söder kündigte Anfang August einen „Nordbayernplan“ im Volumen von über 590 Millionen Euro an. Die Gewerkschafter erkundigten sich nach Details zur Umsetzung in der Region Unterfranken. „Als DGB Unterfranken haben wir ein Interesse, einen Einblick in die konkrete Ausgestaltung des Nordbayernplans zu erhalten. Investitionen der öffentlichen Hand sollen Impulse für Arbeitsplatzsicherung und den Aufbau von Beschäftigung schaffen, um die Region nachhaltig zu stärken“, meinte Wortmann. Herr Bausback berichtete von dem Vorhaben, einen neuen Studiengang „Materialtechnologie“ an der Hochschule Aschaffenburg anzusiedeln, von der er sich Know-How und eine Intensivierung der Netzwerkstrukturen beispielsweise mit dem Fraunhofer Institut und den regionalen Unternehmen erwarte. Denn gemeinsam mit Frau Gerlach verfolge er das Ziel, dass die Arbeit zu den Menschen kommen müsse und nicht die Menschen zur Arbeit.

Justizminister Bausback sprach die Themen „Scheinselbstständigkeit“ und den „Missbrauch von Leiharbeit“ an. Höfler führte aus, dass Leiharbeit nur selten eine Brücke in reguläre Beschäftigung sei. Stattdessen nähmen gut ausgebildete Fachkräfte Helfertätigkeiten an, für die sie eigentlich überqualifiziert sind. Das bedeutet, man müsse den Fachkräften vor Ort Beschäftigungsperspektiven jenseits von Leiharbeit eröffnen. Man müsse den legalen „Missbrauch“ verhindern, denn Leiharbeit ist ein Instrument der allgemeinen Kostensenkung und der Flexibilisierung in Unternehmen.

Der IG Metaller Stephan Körprich bestätigte, dass in der Region Aschaffenburg atypische Beschäftigungsformen in den letzten Jahren rasant gestiegen sind. „Es gibt immer mehr Werkverträge insbesondere im Bereich der industriellen Dienstleistungen“, so Körprich. „In einem Unternehmen arbeiten mehrere Belegschaften gleichzeitig, was zu einer Spaltung innerhalb der Belegschaften führt“. Viele Subunternehmen sind nicht tarifgebunden und haben keinen Betriebsrat, was den Zugang für die Gewerkschaften zu den Belegschaften erschwert. Ziel der Gewerkschaften ist es daher, Lohndumping durch Werkverträge zu unterbinden und Scheinselbständigkeit konsequenter zu verfolgen. Herr Bausback sicherte zu, dass „Scheinselbständigkeit“ intensiv von den bayerischen Behörden verfolgt werde.

 

 


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