Deutscher Gewerkschaftsbund

18.11.2014
Jugendberufsagenturen, TTIP und Datenschutz

Andrea Lindholz beim DGB in Aschaffenburg

Wortmann, Lindholz, Großmann

v.l.n.r. Wortmann, Lindholz, Großmann DGB Unterfranken

Aschaffenburg. Ende Oktober war die CSU Bundestagsabgeordnete Andrea Lindholz im DGB Büro in Aschaffenburg. Welche Auswirkungen hat der schwarz-rote Koalitionsvertrag auf die Region Aschaffenburg? Welche Projekte sind in Planung und was bedeutet das für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Diese und weitere Fragen wurden in dem 90 minütigen Gespräch erörtert.

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD heißt es zum Thema Jugendberufsagenturen: „Die beste und effizienteste Vorsorge gegen Ausbildungsabbrüche und lange Zeiten von Arbeitslosigkeit im Lebensverlauf sind passgenaue und tragfähige Übergänge von der Schule in Ausbildung und Beruf. (…) Flächendeckend einzurichtende Jugendberufsagenturen sollen die Leistungen nach dem SGB II, SGB III und SGB VIII für unter 25-Jährige bündeln.“ Auch in Aschaffenburg soll die Idee einer Jugendberufsagentur realisiert werden. Dazu sind bereits erste Gespräche zwischen dem Aschaffenburger Bildungsbüro, der Arbeitsagentur, den Kommunen, Kammern, und Gewerkschaften geführt worden. „Kein Jugendlicher darf auf dem Weg ins Berufsleben verloren gehen. Daher ist es sinnvoll, Angebote zu bündeln, sodass Jugendliche nur eine Eingangstür in die berufliche Qualifizierung betreten müssen statt mehrerer Türen“, meinte der DGB Kreisverbandsvorsitzende Rudi Großmann. Frau Lindholz vertrat in diesem Zusammenhang die Auffassung, dass das duale System und somit die berufliche Bildung gestärkt werden müssen, um Fachkräfte in der Region zu sichern.

Am 20.11.14 laden der DGB KV Aschaffenburg-Miltenberg und ATTAC Aschaffenburg zu einer Informationsveranstaltung zum Thema TTIP ein. Dr. Werner Rügemer wird über das geplante Freihandelsabkommen referieren. Aus Sicht der Parlamentarierin dürfen nicht nur die Risiken eines Freihandelsabkommens gesehen werden, sondern auch die Chancen. Nichtdestotrotz  ist sie der Meinung, dass bspw. die öffentliche Daseinsvorsorge nicht in dem Abkommen geregelt werden dürfe. Stattdessen müssen Regelungen zum Datenschutz in das Abkommen Einzug halten.

Die CSU Bundestagsabgeordnete setzt sich für einen umfassenden Datenschutz und eine Förderung neuer Technologien ein. Verschlüsselungstechniken, sichere Server und Cloud-Systeme bergen ein enormes Entwicklungspotenzial für den Wirtschaftsstandort in sich. Es gibt regionale Unternehmen, die sich auf digitale Infrastruktur spezialisiert haben. Diese gelte es zu fördern. Der DGB-Sekretär Björn Wortmann ist der Auffassung, dass Arbeitnehmer und Unternehmen für das Thema intensiv sensibilisiert werden müssen. Er gab zu bedenken, dass technische Neuerungen Veränderungen in der Arbeitswelt mit sich bringen werden, die die Beschäftigten betreffen werden. Auch in diesem Themenfeld ist ein Dialog zwischen Politik und Gewerkschaften sinnvoll. 

Zur Person Andrea Lindholz:

2013 ist Andrea Lindholz für die CSU per Direktmandat in den Bundestag eingezogen. Sie ist im Innenausschuss, NSA-Untersuchungsausschuss und im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union tätig. Seit 2002 ist sie Kreisrätin im Landkreis Aschaffenburg. 

Hinweis:

Veranstaltung des DGB-KV Aschaffenburg-Miltenberg und ATTAC Aschaffenburg

Titel:     TTIP-Freihandelsabkommen: "Die Welt ist keine Ware" Was heißt hier Freihandel?

TTIP und TISA: Frei wovon - frei wozu?

Referent: Dr. Werner Rügemer, Wissenschaftlicher Beirat ATTAC.

Datum:  20.11.2014 (18:00 - 20:00) – Vortrag 

Ort:       Haselmühlweg 1, 63741 Aschaffenburg, IGM/BCE-Sitzungssaal

Die Veranstaltung ist öffentlich. Eintritt frei!


Nach oben