Deutscher Gewerkschaftsbund

12.11.2014
Treffen der Gesellen im unterfränkischen Handwerk

Tarifbindung und Mindestlöhne im Handwerk

Handwerk in Unterfranken

Handwerk in Unterfranken DGB Unterfranken


Würzburg. Tarifbindung und Mindestlöhne im Handwerk waren das Thema am Freitagabend bei den Gesellen im unterfränkischen Handwerk. Während einer Vortragsveranstaltung der Handwerkskammer für Unterfranken, ging DGB Regionssekretär Norbert Zirnsak auf aktuelle Entwicklungen ein.

Norbert Zirnsak: „Gute Tarifverträge helfen allen, die im Handwerk Verantwortung tragen. Wenn das Handwerk im Wettbewerb mit anderen Branchen Fachkräfte gewinnen und langfristig halten will, gibt es keinen anderen Weg, als gute Arbeitsbedingungen, gute Bezahlung sowie gute Übernahme- und Aufstiegschancen durchzusetzen.“ Das gehe nach Auffassung des Gewerkschafters nur über starke, möglichst flächendeckende Tarifverträge mit den DGB Gewerkschaften.

Vier Punkte nannte Norbert Zirnsak, um mehr Tarifbindung im Handwerk zu erreichen. Die Kammern dürften keine OT Mitgliedschaften in den Innungen dulden. Allgemeinverbindliche Tarifverträge müssten erleichtert werden. Öffentliche Gelder dürften nur dann fließen, wenn es Tarifpartnerschaft gibt und die Stimmrechte in den Innungen müssten realitätsnaher gestaltet werden.

Zum Mindestlohn sagte der DGB Regionssekretär: „Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes ist ein Erfolg der Gewerkschaften. Wir wissen, dass wir in der Frage noch nicht am Ende des Weges sind. Wir sind mit den Ausnahmen nicht einverstanden, die es zum Beispiel für Zeitungszusteller, Saisonarbeiter, Langzeitarbeitslose und andere Gruppen gibt.“ Zirnsak weiter: „Auch die Übergangsfristen stünden im Gegensatz zu den Vorstellungen der Gewerkschaften.“ Während der Übergangsfrist zwischen 2015 bis Ende 2016 kann über Tarifverträge, die für allgemeinverbindlich erklärt wurden, vom Mindestlohn abgewichen werden.

„Wir stehen insbesondere zu Beginn des neuen Jahres in unseren Büros für ganz konkrete Fragen bei Problemen zur Umsetzung bereit“, kündigte Norbert Zirnsak an. Wenn es Probleme bei der Einführung des Mindestlohnes gibt, könnten die Handwerksgesellen selbstverständlich auch auf die Kolleginnen und Kollegen Handwerksverantwortliche bei der IG Metall, bei der IG BAU, oder bei der NGG in Unterfranken zugehen.


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