Deutscher Gewerkschaftsbund

03.09.2014
DGB Unterfranken

„Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“

Frank Firsching, DGB Regionsgeschäftsführer

Frank Firsching, DGB Regionsgeschäftsführer DGB Unterfranken

Schweinfurt. „Es war eine gelungene Antikriegstagskungebung“, resümierte Jürgen Wilk für den Schweinfurter Friedensratschlag. Gut 100 Zuhörer bekamen eine abwechslungsreiche Kundgebung geboten. Inhaltlich nahm sich DGB-Kreisvorsitzender Frank Firsching die Kronauer-Stiftung vor, Klaus Hofmann und Uke Cebulla warfen einen Blick in die Zeit des Ersten Weltkriegs und Monty Schädel sprach zu aktuellen Konflikten. Künstlerisch rundeten Liedermacher Werner Lutz und Schauspieler Peter Hub den Antikriegstag ab.

Als „völlige Missachtung der Tages“ brandmarkte der Bundesgeschäftsführer der DFG/VK, Monty Schädel, die aktuelle Bundestagsdebatte um deutsche Waffenlieferung in das Kriegs- und Konfliktgebiet Nordirak ausgerechnet am Antikriegstag. Krieg darf niemals Mittel der Politik sein, was für überall und jederzeit gelte. Der überzeugte Pazifist Schädel rief auf wachsam zu sein und nicht alles eins zu eins zu glauben, was durch propagandistische Berichterstattung auf uns einwirke. Selber denken und Fragen stellen sei die Aufgabe.

Schweinfurt kein Hort für Geschichtsumdeuter

In seiner Begrüßungsrede wurde DGB-Kreisvorsitzender Frank Firsching deutlich. Er befasste sich mit dem Geschichtsrevisionisten Stefan Scheil. Aus gutem Grund. Der Mannheimer Historiker soll in etwa vier Wochen den Historiker-Preis der Schweinfurter Kronauer-Stiftung erhalten. Im Alten Rathaus der Stadt Schweinfurt, eischließlich einer Grußwort-Würdigung von Oberbürgermeister Sebatian Remelé. Unter Beifall forderte Firsching den Oberbürgermeister auf, die Stadt Schweinfurt aus dieser fragwürdigen Ehrung heraus zu halten.

Der Mannheimer Historiker Scheil soll von der Kronauer-Stiftung für seine Werke zur Entstehung des Zweiten Weltkriegs geehrt werden, die in drei Büchern zwischen 1999 und 2005 veröffentlicht wurden. In diesen Büchern versucht Scheil die Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von Hitlers Nazi-Deutschland weg bei „chauvinistische Polen, machtgierige Franzosen, Briten, Amerikanern sowie einem finsteren Stalin“ zu suchen. Die anerkannte wissenschaftliche Geschichtsforschung kommt zu völlig anderen Ergebnissen. Für den Historiker, Journalisten und Sachbuchautor Sven Felix Kellerhoff beispielsweise gehört Scheil zu den „wenigen der radikalen Rechten nahestehenden Publizisten“ die noch das Verbrechen eines „unprovozierten Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen 1939 bestreiten“. Der Antikriegstag 2014, der dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mit den Überfall von Hitlers Nazi-Deutschland auf Polen begann, sei ein guter Tag um diese Preisverleihung an den Geschichtsumdeuter Stefan Scheil im Rathaus der Scheinfurt abzusagen.

Wenn Sebastian Remelé dennoch der Meinung sei, solche Leute gehören mit Preisen ausgezeichnet, solle es dies in privaten Räumen oder in der CSU-Geschäftsstelle tun, aber nicht im Rathaus der Stadt Schweinfurt, so Firsching. Denn die Stadt Schweinfurt sei kein Hort der Geschichtsumdeuter und das Rathaus der Stadt kein passender Ort Leute zu ehren, die die Auffassung vertreten, der Zweite Weltkrieg sei nicht maßgeblich vom nationalsozialistischen Deutschland verursacht worden.

Klaus Hofmann und Uke Cebulla

Klaus Hofmann und Uke Cebulla DGB Unterfranken