Deutscher Gewerkschaftsbund

11.09.2014

Handwerk in Unterfranken - Gesellen pochen auf Tarifbindung

Der Arbeitskreis Handwerk des DGB Ufr.

Der Arbeitskreis Handwerk des DGB Ufr. DGB Unterfranken

Würzburg. Der Arbeitskreis Handwerk des DGB Unterfranken traf sich am Dienstag in Würzburg. Die Kollegen diskutierten die Ergebnisse der jüngsten Vollversammlung der Handwerkskammer für Unterfranken, unterstrichen ihre Forderung nach Tarifverträgen im Handwerk und bewerteten die Beschlüsse des DGB Bundeskongresses in Handwerksfragen.

DGB Regionssekretär Norbert Zirnsak ging auf die Ergebnisse der jüngsten Handwerkskammer Vollversammlung ein. Vor dem Hintergrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichtes kritisierte der Gewerkschafter einen Beschluss der Vollversammlung zur Abgabe von Stellungnahmen und Erklärungen durch den Präsidenten und den Hauptgeschäftsführer. Dem Beschluss zu Folge wären die führenden Kammerfunktionäre pauschal zu politischen Äußerungen berechtigt. „Dieser Beschluss wurde gegen die Mehrheit der Gesellen gefasst“, informierte Norbert Zirnsak. Die Handwerkskammer müsse als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Regeln der Handwerksordnung und der eigenen Satzung beachten. Norbert Zirnsak kündigte an, dass man eine Stellungnahme der Rechtsaufsicht der Handwerkskammern beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft einholen werde, um die Gesetzlichkeit des Beschlusses zu prüfen.

Einigkeit bestand bei den Kollegen in der Frage guter Tarifverträge für das Handwerk. Wenn das unterfränkische Handwerk im Wettbewerb mit anderen Branchen Fachkräfte gewinnen und langfristig halten wolle, müssten gute Arbeitsbedingungen, gute Bezahlung sowie gute Übernahme- und Aufstiegschancen in allen Gewerken durchgesetzt werden. Alfred Veeth, Vizepräsident der Handwerkskammer für Unterfranken: „Viele Arbeitgeber sehen das ebenso und haben mit den DGB Gewerkschaften Tarifverträge abgeschlossen“. Trotzdem seien einige Betriebe und Innungen weiter auf Tarifflucht und setzten auf Lohndumping, hieß es während des Treffens.

Die unterfränkischen Handwerksgesellen setzen auf Maßnahmen für eine höhere Tarifbindung im Handwerk. Dazu gehöre beispielsweise, dass Innungen zukünftig keine Mitgliedschaften mehr ohne Tarifbindung (OT-Mitgliedschaften) anböten. Als weitere Maßnahme setzen die Handwerker auf eine Erleichterung bei allgemeinverbindlichen Tarifverträgen. Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag gelte für alle Beschäftigten einer Branche, egal ob der Betrieb tarifgebunden ist oder nicht. Hier sei das Bauhauptgewerbe, die Gebäudereinigung oder das Elektrohandwerk beispielhaft. Eine weitere Maßnahme zur Stärkung der Tarifbindung ist es nach Meinung der gewerkschaftlich organisierten Handwerkerinnen und Handwerker in Unterfranken, dass öffentliche Mittel für Innungen nur noch dann fließen dürfen, wenn Innungen ihrem gesetzlichen Auftrag zum Abschluss von Tarifverträgen nachkommen.