Deutscher Gewerkschaftsbund

17.09.2014

Grüne Landtagsabgeordnete Kerstin Celina beim DGB Main Spessart

ÖPNV, Personalvertretungsgesetz und Fachkräftesicherung

Kerstin Celina

(v.l.r.)Norbert Ball, Petra Ball, Gerhard Kraft, Kerstin Celina, Björn Wortmann DGB Unterfranken

Karlstadt. Die GRÜNE Landtagsabgeordnete Kerstin Celina war zusammen mit ihrem Mitarbeiter Gerhard Kraft nach Karlstadt gekommen, um sich mit Vertretern des DGB KV Main-Spessart und des ver.di-Ortsverbands zu treffen. Aktuelle Themen wie regionale Gesundheitsversorgung und Fachkräftesicherung wurden ebenso besprochen wie die Forderungen nach Verbesserungen im Personalvertretungsgesetz.

In ländlichen Regionen ist die Mobilität von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von besonderer Bedeutung. Menschen müssen unabhängig von einem PKW zügig zu ihren Arbeitsplätzen gelangen und Versorgungseinrichtungen gut erreichen können. Insbesondere die junge Generation, ist auf ein gut ausgebautes ÖPNV System angewiesen, um zu ihren Ausbildungsstätten zu kommen und kulturelle Angebote in der Region wahrzunehmen.

In der Region Main-Spessart gibt es für die jungen Menschen zu wenige Ausbildungsplätze, sagen die Gewerkschafter. Rein rechnerisch gab es im August in der Region Main-Spessart 250 mehr Bewerberinnen und Bewerber als Ausbildungsstellen. Deshalb fordern die Gewerkschafter eine verstärkte Anstrengung der Arbeitgeber, auszubilden und Jugendlichen eine Perspektive zu geben. Dies verjünge nicht nur die Belegschaften, sondern biete die Chance, Fachkräfte ans Unternehmen zu binden und das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Das stelle ein Gewinn für die jungen Menschen, für die Unternehmen und die gesamte Region dar. Die gebürtige Würzburgerin Celina sprach die hohe Zahl an Ausbildungsabbrüchen an. Diesen Abbrüchen könne ihrer Meinung nach mit einer intensiveren Begleitung durch bspw. Nachhilfekursen entgegen gewirkt werden.

Es gibt drei Krankenhäuser in der Region Main-Spessart: Lohr, Karlstadt und Marktheidenfeld. Schon 2011 gab es eine Initiative von ver.di gegen die Schließung und für die Stärkung der Häuser. Auch die Grünen haben damals die Initiative unterstützt. Drei Jahre später wird das Thema in den Medien wieder diskutiert. Führt man eine Debatte über die Zukunft des Klinikums Main-Spessart, dann geht das nur unter Einbeziehung der Personalvertretungen, der Gewerkschaft ver.di und somit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sagten die Gewerkschafter. Eine wohnortsnahe Gesundheitsversorgung ist wichtig für die Bevölkerung in Flächenlandkreisen. Die GRÜNEN fordern einen bayerischen Versorgungsplan, um auf dieser Grundlage über den zukünftigen Bedarf an Krankenhäusern in Bayern zu entscheiden, statt die Zukunft der kommunalen Kliniken von der Finanzkraft der örtlichen Träger abhängig zu machen.

In diesem Zusammenhang wurden von den Gewerkschaftern mehr Mitsprache- und Fortbildungsmöglichkeiten für die Personalvertretungen eingefordert. Vergleicht man das bayerische Personalvertretungsgesetz mit anderen Ländergesetzen, so stellt man fest, dass die Personalräte in Bayern deutlich weniger Rechte haben.

Kerstin Celina kündigte an, auch künftig im regelmäßigen Austausch mit den Gewerkschaften stehen zu wollen, um die Themen wie Folgen des TTIP (Freihandelsabkommen EU mit den USA) und Auswirkungen von Werkverträgen und Teilzeit zu diskutieren.


Nach oben