Deutscher Gewerkschaftsbund

17.11.2014
IG Metall Schweinfurt

366 Jubilare der Solidargemeinschaft IG Metall geehrt

Jubilare

Jubilare IGM Schweinfurt

Schweinfurt. Für den DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching ist es „eine der Höhepunkte im Gewerkschaftsjahr“. Für viele treue IG Metall-Mitglieder ist es eine willkommene Gelegenheit „alte“ Weggefährten und Kolleginnen wieder einmal zu sehen und zu sprechen: Die Jubilarehrung der IG Metall Schweinfurt im Konferenzzentrum.

Diesmal waren es 366 Jubilarinnen und Jubilare, die von den Bevollmächtigten Peter Kippes und Barbara Resch persönlich im Empfang genommen wurden und für 40-, 50-, und 60jährige Zugehörigkeit zur IG Metall im sehr würdigen Rahmen geehrt wurden. Die Wertschätzung der Organisation wurde nicht nur mit nützlichen Geschenken und der üppigen Verpflegung unterstrichen, sondern klang in jedem gesprochenen Satz der Veranstaltung. So überraschte die 2.Bevolmächtigte Barbara Resch mit der beeindruckenden Zahl von insgesamt 16.730 Jahren IG Metall Mitgliedschaft, die in diesem Jahr geehrt werden dürfen.

Stellvertretend für alle holte der 1.Bevollmächtigte Peter Kippes acht Jubilarinnen und Jubilare auf die große Bühne, um sie in kleinen Interviews zu ihren vielfältigen Erfahrungen aus 40, 50 oder 60 Jahren Mitgliedschaft zu befragen. Darunter waren der aktuelle Betriebsratsvorsitzende von Bosch-Rexroth Schweinfurt Winfried Werner, die erste Betriebsrätin vom Kufi Gisela Oppelt und der „bekannteste Italiener Schweinfurts“ (Zitat P.Kippes) Pietro Messina. Und der hatte alle Sympathien auf seiner Seite als er erzählte wie und warum es ihn nach Schweinfurt verschlug.

Musik

Musik IGM Schweinfurt

Er folgte nämlich nicht dem Ruf der Industrie, die damals händeringend Arbeitskräfte suchte, sondern dem Duft der Liebe. Er kam einer Frau wegen nach Schweinfurt, um sich anschließend nach Arbeit umzuschauen und beim Sachs landete, wo er wenig später nicht nur der IG Metall beitrat, sondern auch Vertrauensmann und Betriebsrat wurde. Schweinfurt wird er auch nach seiner Pensionierung treu bleiben, weil sonst die Frauen hier so enttäuscht werden, meinte der Vespa-Fahrer mit ansteckender Überzeugung. Überhaupt die Überzeugung. Die Überzeugung nach der gemeinsamen Interessensvertretung aller Beschäftigten im Betrieb in einer starken Organisation. Sie wurde bei jedem Interview deutlich, die Peter Kippes mit den Jubilaren führte.

Nach diesem kurzweiligen Auftritten und einem Zwischenspiel der beachtlichen Schweinfurter Seniorenband hielt DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching die Festansprache. Er tat dies nicht langatmig und theoretisch, sondern frisch und praxisorientiert, dazu überaus wertschätzend. So danke Firsching den langjährigen Metallern im Namen der Jugend für 30 Tage Urlaub, der 35-Stunden Woche und einen anständigen Lohn, der ein gutes Leben ermöglicht. Der DGB-Chef betonte die Notwendigkeit der Einheitsgewerkschaft im DGB zur Durchsetzung guter Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten. Dabei rechnete er beachtliches vor. So betrage der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn im verarbeitenden Gewerbe Westdeutschlands 17,19 Euro ohne Tarifvertrag. Mit Tarifvertrag seien es mit 23,09 Euro stattliche 5,90 Euro pro Stunde mehr. Da rentiere sich der Gewerkschaftsbeitrag von 1% des Bruttolohnes ökonomisch aber allemal, so Firsching. Der betrage in diesem Beispiel 23 Cent in der Stunde. Dem Ertrag von 5,90 Euro/Stunde stehe also ein Einsatz von nur 23 Cent gegenüber, was Im Ergebnis das 25fache sei und damit eine Rendite von 2500% entspräche. Da werde sogar der Herr Ackermann von der Deutschen Bank neidisch, meinte der DGB Regionschef.


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