Deutscher Gewerkschaftsbund

25.07.2014
Naujoks, Götz & Co. die Stirn bieten

DGB macht „Union Busting“ zum Thema

Knapp 200 Zuhörerinnen und Zuhörer fanden den Weg in die Kickers-Gaststätte am Dallenberg. Das mächtige Interesse an der Veranstaltung zeigte: Professionelles „Union Busting“, also der planmäßige Versuch Betriebsräte und Gewerkschaften aus den Betrieben fern zu halten, braucht Gegenwehr.

Knapp 200 Zuhörerinnen und Zuhörer fanden den Weg in die Kickers-Gaststätte am Dallenberg. Das mächtige Interesse an der Veranstaltung zeigte: Professionelles „Union Busting“, also der planmäßige Versuch Betriebsräte und Gewerkschaften aus den Betrieben fern zu halten, braucht Gegenwehr. DGB Unterfranken


Würzburg. Für den unterfränkischen DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching steht Eines fest: „In vielen Betrieben gibt es einen anständigen Umgang mit Mitarbeitern und ihren Interessensvertretern aus Betriebsrat und Gewerkschaft. Wir dürfen jedoch nicht zulassen, dass die Fälle der gezielten Betriebsräte- und Gewerkschaftsbekämpfung ungestraft zunehmen“. Der DGB in Unterfranken lud deshalb am vergangenen Mittwoch nach Würzburg ein, um eben diese gezielten Betriebsräte- und Gewerkschaftsbekämpfung genauer zu beleuchten. Mit an Bord war Dr. Werner Rügemer, ein ausgewiesener Experte für Rechtsverstöße gegen Betriebsräte.

Knapp 200 Zuhörerinnen und Zuhörer fanden den Weg in die Kickers-Gaststätte am Dallenberg. Das mächtige Interesse an der Veranstaltung zeigte: Professionelles „Union Busting“, also der planmäßige Versuch Betriebsräte und Gewerkschaften aus den Betrieben fern zu halten, braucht Gegenwehr. Die Solidarität aller gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen ist gefragt und Solidarität war wohl auch deshalb vielfach das Stichwort des Abends.

Torben Ackermann, einer der gekündigten NGG Betriebsräte beim Brotfabrikanten Götz aus Waldbüttelbrunn war seit Wochen als Diskussionsteilnehmer bei der Veranstaltung angekündigt. Der Auftritt des Kollegen musste allerdings abgesagt werden.

Torben Ackermann (links), einer der gekündigten NGG Betriebsräte beim Brotfabrikanten Götz aus Waldbüttelbrunn war seit Wochen als Diskussionsteilnehmer bei der Veranstaltung angekündigt. Der Auftritt des Kollegen musste allerdings abgesagt werden. DGB Unterfranken

Torben Ackermann, einer der gekündigten NGG Betriebsräte beim Brotfabrikanten Götz aus Waldbüttelbrunn war seit Wochen als Diskussionsteilnehmer bei der Veranstaltung angekündigt. Der Auftritt des Kollegen musste allerdings abgesagt werden. Die juristische Auseinandersetzung um seine Kündigung befindet sich in einer Phase der Mediation. Sprich: Die direkt Betroffenen haben sich bereit erklärt, aktuell keine öffentlichen Stellungnahmen abzugeben. „Das ich mich daran halte ist doch selbstverständlich“, sagte Torben Ackermann auf Nachfrage. Kräftigen Applaus erhielt Torben Ackermann wegen seines Einsatzes für die Götz-Beschäftigten trotzdem. Sichtbar beeindruckt vom großen Zuspruch war auch Alina Iordan, die ebenfalls wegen ihrer Betriebsratsaktivitäten bei Götz entlassen wurde und weiterhin gegen diesen willkürlichen Schritt kämpft.

Jenseits der konkreten Lage bei Götz-Brot befasst sich Dr. Werner Rügemer in einer wissenschaftlichen Studie schon länger mit der Frage „der gezielten Bekämpfung von Betriebsräten und Gewerkschaften als professionelle Dienstleistung“. Die Studie, die Dr. Werner Rügemer im Auftrag der Otto-Brenner-Stiftung durchführte, stand im Mittelpunkt eines Schwerpunktvortrages. Dabei kam Manches zu Tage: Netzwerke von Anwaltskanzleien, die es sich zur Aufgabe machen, „Unkündbaren zu kündigen“. Internationale Strukturen von Akteuren auf dem Gebiet der Gewerkschaftsbekämpfung. Global agierende Detekteien zum Ausspionieren gewerkschaftlich aktiver Kolleginnen und Kollegen und die Vernetzung von juristischen Fakultäten und „Betriebsratsfressern“, waren einige der Überschriften in Rügemers Vortrag. Er nannte exemplarisch die Vorkommnisse bei der Steakhauskette Maredo, wo Anwälte, Security-Firmen und Unternehmensverantwortliche beschuldigt wurden, Beschäftigte daran gehindert zu haben das Betriebsgelände zu verlassen, bevor sie nicht ihre eigenen Kündigungen unterschrieben hatten.

Jenseits der konkreten Lage bei Götz-Brot befasst sich Dr. Werner Rügemer in einer wissenschaftlichen Studie schon länger mit der Frage „der gezielten Bekämpfung von Betriebsräten und Gewerkschaften als professionelle Dienstleistung“. Die Studie, die Dr. Werner Rügemer im Auftrag der Otto-Brenner-Stiftung durchführte, stand im Mittelpunkt eines Schwerpunktvortrages.

Jenseits der konkreten Lage bei Götz-Brot befasst sich Dr. Werner Rügemer in einer wissenschaftlichen Studie schon länger mit der Frage „der gezielten Bekämpfung von Betriebsräten und Gewerkschaften als professionelle Dienstleistung“. Die Studie, die Dr. Werner Rügemer im Auftrag der Otto-Brenner-Stiftung durchführte, stand im Mittelpunkt eines Schwerpunktvortrages. DGB Unterfranken

Bernd Spengler, Arbeitsrechtler aus Würzburg, ging während einer moderierten Runde fachkundig auf Themen des Betriebsverfassungsgesetzes ein. Verstöße gegen Regeln zum Schutz der Betriebsratsarbeit steigen seiner Beobachtung nach mehr und mehr an. In keinem strafrechtlich relevanten Feld kommt es so selten zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, wie bei Anzeigen wegen Delikten gegen das Betriebsverfassungsgesetz. Spengler vertrat die Auffassung, dass die Politik gefragt sei, um Rahmenbedingungen zu gestalten, die Schlupflöcher für Betriebsrats- und Gewerkschaftsbekämpfung schließen. Auf für den Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG in Unterfranken, Ibo Ocak ist es überfällig, Gesetze zu konkretisieren. Ibo Ocak beanstandete außerdem „Union-Busting Anwälte“, die gezielt im familiären Umfeld von Gewerkschaftern und Betriebsräten juristische Nebenkriegsschauplätze eröffnen, um Kolleginnen und Kollegen in Belastung zu bringen.

Zahlreiche Fragen und Wortbeiträge gab es am Ende der moderierten Runde. Was muss getan werden, um Betriebsrätefressern das Handwerk zu legen? Wie kann ich mich als Betroffener gegen „Union Busting“ wehren. Woher kommt eigentlich diese gezielte Bekämpfung von Betriebsräten und Gewerkschaften? Wie schaffen wir es Solidarität zu organisieren, um betroffene Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen? Walther Mann, erster Bevollmächtigter der IG Metall in Würzburg rief dazu auf, die Reihen im DGB zu schließen und insbesondere im konkreten Fall Götz-Brot größere Aktionen vorzubereiten. Frank Firsching kündigte weitere Aktivitäten in der Sache an. Am 18. September zum Beispiel ist neue Veranstaltung in Würzburg in Planung.

Zahlreiche Fragen und Wortbeiträge gab es am Ende der moderierten Runde. (von links: Ibo Ocak, Norbert Zirnsak, Bernd Spengler) Was muss getan werden, um Betriebsrätefressern das Handwerk zu legen? Wie kann ich mich als Betroffener gegen „Union Busting“ wehren. Woher kommt eigentlich diese gezielte Bekämpfung von Betriebsräten und Gewerkschaften? Wie schaffen wir es Solidarität zu organisieren, um betroffene Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen?

Zahlreiche Fragen und Wortbeiträge gab es am Ende der moderierten Runde. (von links: Ibo Ocak, Norbert Zirnsak, Bernd Spengler) Was muss getan werden, um Betriebsrätefressern das Handwerk zu legen? Wie kann ich mich als Betroffener gegen „Union Busting“ wehren. Woher kommt eigentlich diese gezielte Bekämpfung von Betriebsräten und Gewerkschaften? Wie schaffen wir es Solidarität zu organisieren, um betroffene Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen? DGB Unterfranken

Knapp 200 Zuhörerinnen und Zuhörer fanden den Weg in die Kickers-Gaststätte am Dallenberg. Das mächtige Interesse an der Veranstaltung zeigte: Professionelles „Union Busting“, also der planmäßige Versuch Betriebsräte und Gewerkschaften aus den Betrieben fern zu halten, braucht Gegenwehr. Die Solidarität aller gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen ist gefragt und Solidarität war wohl auch deshalb vielfach das Stichwort des Abends.

Knapp 200 Zuhörerinnen und Zuhörer fanden den Weg in die Kickers-Gaststätte am Dallenberg. Das mächtige Interesse an der Veranstaltung zeigte: Professionelles „Union Busting“, also der planmäßige Versuch Betriebsräte und Gewerkschaften aus den Betrieben fern zu halten, braucht Gegenwehr. Die Solidarität aller gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen ist gefragt und Solidarität war wohl auch deshalb vielfach das Stichwort des Abends. DGB Unterfranken


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