Deutscher Gewerkschaftsbund

18.09.2014
DGB Kreisverband Schweinfurt

Flüchtlinge integrieren statt ausgrenzen

Jens Öser

Jens Öser IG Metall

Der DGB Kreisverband Schweinfurt sieht in der Aufnahme von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten eine weitere große Aufgabe der nächsten Jahre für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt. „Um die Bevölkerung einzubinden, Vorurteile abzubauen und Maßnahmen aus der Zivilgesellschaft zu entwickeln, die den Flüchtlingen helfen hier Fuß zu fassen schlagen wir vor einen „Runden Tisch zur Flüchtlingshilfe“ zu gründen.“ Laut DGB Kreisvorstandsmitglied Doris Berz (ver.di) liegt der Ball jetzt im Spielfeld der Stadt Schweinfurt auf deren Grund eine Erstaufnahmeeinrichtung und eine Notunterkunft eingerichtet werden sollen: „Die Einladung zum Runden Tisch sollte sinnvoller Weise von der Stabsstelle „Gern daheim“ und dem Integrationsbeirat der Stadt Schweinfurt kommen und an die Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Organisationen und Vereine gerichtet sein. Träger des Runden Tisches sollte ganz offiziell die Stadt sein.“ 

Der DGB Kreisvorstand verweist mit seinem Vorschlag auf beachtliche Beispiele bürgerschaftlichen Engagements in verschiedenen Gemeinden, wie z.B. in Hambach. Der DGB-Vorschlag beinhaltet den Ratschlag an die Kommunalpolitik mit dem Thema „Flüchtlinge in Schweinfurt“ offensiv-positiv umzugehen. Es nütze weder den Asylsuchenden, noch den Einheimischen, wenn man den Flüchtlingen mit Fremdenfeindlichkeit, Ablehnung und Hass begegne. 

Grundsätzlich gibt der DGB zu bedenken, dass Stadt und Umland in den vergangenen beiden Jahren über 10.000 Einwohner durch den Truppenabzug der Amerikaner verloren haben und der demografische Wandel für anhaltenden Bevölkerungsrückgang sorge. Parolen wie „Das Boot ist voll“ entbehrten folglich jeder Grundlage. Das Gegenteil sei der Fall „Es wurden viele Plätze frei“, soweit es jemals begrenzte Plätze gegeben hätte. „Damit der Zuzug eine Chance für beide Seiten werden kann, ist außerdem der Freistaat Bayern gefordert, der die Kommunen nicht im Stich lassen darf.“, meint Jens Öser. „Es braucht begleitende finanzielle Unterstützung vom Freistaat, um Sprachkurse und Kindergartenplätze anzubieten oder um der Stadt Schweinfurt und anderen Kommunen die Verwaltungskosten abzunehmen.“, ergänzt Berz.