Deutscher Gewerkschaftsbund

02.09.2014
100 Menschen begehen den Antikriegstag in Aschaffenburg

Kundgebung und Demonstration am Antikriegstag in Aschaffenburg

Kundgebung City

Kundgebung City DGB Unterfranken

Aschaffenburg. Der Antikriegstag 2014 stand unter dem Eindruck der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen der Welt - in den Regionen Gaza und Israel, Syrien und Irak oder der Ukraine. Nie wieder Krieg lautete das Motto des DGB. Rund 100 Menschen nahmen an der Kundgebung des DGB und seinen Unterstützern KAB, ATTAC und den Friedenstrommlern teil.

 Ludwig Stauner von der KAB Aschaffenburg ging in seinem Beitrag auf das Thema Friedenspolitik als Verantwortung in Arbeitsprozessen ein: „Grundsätzlich hat unser Tun und Schaffen immer eine sittliche Qualität und damit eine soziale Auswirkung. Deswegen kritisieren wir hier wohl alle eine Waffenproduktion, auch einen Erhalt und eine Steigerung von Waffenproduktion, und wir ordnen die Arbeitsplatzfrage in Planung, Produktion und Handel weit hinter die Frage einer sozialen Verantwortung. Auf die Spitze getrieben will ich behaupten: Die kleinste Schraubenmutter als Teil eines Panzers angeschraubt, ermöglicht ein Töten als dass damit eine rechtmäßige Abschreckung oder Verteidigung erreicht wird.“

 Der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Rudi Großmann thematisierte in seinem Beitrag unter anderem Rüstungsexporte: „Die Frage des Friedens ist keine Frage an andere, sondern eine Frage an uns selber. Erfolgreiche Friedenspolitik beginnt mit der Erkenntnis, dass Friededen ohne soziale Gerechtigkeit nicht zu haben ist. Erfolgreiche Friedenspolitik lässt den Gesprächsfaden nicht abreißen und sucht Wege Konflikte gewaltfrei zu lösen. Erfolgreiche Friedenspolitik heißt in Konfliktlösungen zu investieren und den Ausbau von Versöhnungsarbeit zu finanzieren. Erfolgreiche Friedenspolitik bedeutet für uns Deutsche darauf zu verzichten, Waffen in alle Welt zu exportieren. Wir Deutsche müssen uns zu Friedensbotschafter in Europa und der Welt machen und anderen Nationen davon überzeugen, dass jeder Krieg eine Niederlage für die Menschen ist.“

Reinhard Frankl, ATTAC und GEW, sprach sich in seinem Redebeitrag nach einer Kritik an der Wiederbelebung des alten Feinbildes im Osten auch für die Einstellung aller Waffenexporte aus: "Das Zurückpfeifen der IS-Unterstützer aus der Türkei und den Golfstaaten würde den Frieden in der Region weit mehr fördern. Wo bleiben hier Sanktionen? Was die militärische Aufrüstung einer Macht im Nahen Osten bewirken kann, sehen wir seit Jahrzehnten in Palästina. Wir wissen, dass dort nicht eher Frieden einkehren wird, als die völkerrechtswidrige Besatzung von palästinensischem Territorium beendet ist. Wir unterstützen die vielen Israelis, die im August in Tel Aviv für Friedensverhandlungen auf die Straße gegangen sind. Wir unterstützen die vielen mutigen PalästinenserInnen, die sich seit Jahrzehnten weigern, Feinde ihrer Nachbarn zu sein. Wir wünschen ihnen allen einen Durchbruch auf ihrem Weg. Vorher wird es auch in diesem Teil des Ostens leider nichts Neues geben."

Im Anschluss an die Kundgebung fand eine Demonstration von den Aschaffenburger Friedenstrommlern durch die Innenstadt statt, die am Stiftsplatz endete. Es wurde dabei bei kurzen Ansprachen bekräftigt, dass es für Frieden keine Alternative gibt.

 

Kundgebung

Kundgebung DGB Unterfranken

Rüstet ab

Rüstet ab DGB Unterfranken


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