Deutscher Gewerkschaftsbund

03.12.2014

Dr. Verena Di Pasquale besucht Schweinfurter Tafel

v.l. Frank Firschin, Dr. Verena Di Pasquale,Friedhelm Dapper

v.l. Frank Firschin, Dr. Verena Di Pasquale,Friedhelm Dapper DGB Ufr.

Schweinfurt. Die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, Kollegin Dr. Verena Di Pasquale, schaute bei ihrem Regionsbesuch zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit in Schweinfurt in Begleitung von DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching auch bei der Schweinfurter Tafel vorbei.

Friedhelm Dapper, seines Zeichens Pressesprecher des ehrenamtlich und gemeinnützig tätigen Vereins, empfing den DGB-Besuch in den Räumen der Tafel am Bergl. Eine Schlange vor dem Tafel-Laden zeugte schon bei der Ankunft von der großen Inanspruchnahme des Tafelangebots, das Friedhelm Dapper erläuterte. So versorge die Schweinfurter Tafel regelmäßig etwa 600 Familien und Einzelpersonen mit Nahrungsmittel. Konservativ geschätzt seien es etwa 1800 Menschen die sich regelmäßig von den Lebensmitteln der Tafel ernähren. Voraussetzung für die Nutzungsmöglichkeit ist der Tafelschein, der bei der Diakonie und bei der Caritas zu bekommen ist. Diesen gibt es gegen den Nachweis der Bedürftigkeit, z.B. durch Vorlage des Hartz IV-Bescheids vom Jobcenter. Mit diesem Schein können die Betroffenen dann zwei Mal in der Woche für den Pauschalpreis von drei Euro „einkaufen“. Dass Lebensmittel vorhanden sind ist Spenden zu verdanken. Täglich fahren vier Kleintransporter mit Kühlgelegenheit Supermärkte in der Region ab und füllen die Regale des Tafelmarktes, der montags bis samstags geöffnet ist. Am Mittwoch ist Ruhetag.

Der Tafel-Pressesprecher zeigte der stellvertretenden bayrischen DGB-Vorsitzenden den gesamten Betrieb, den er „mittelständisch“ nennt. Über 170 ehrenamtlich Tätige seien involviert. Probleme gebe es aber dennoch zu Hauf. Die Kosten für Miete, PKW-Unterhaltung, Benzin, Müllentsorgung, Strom und Heizung seien inzwischen enorm und hätten es nötig gemacht den Preis fürs einkaufen von zwei auf drei Euro pro Einkauf zu erhöhen. Verena Di Pasquale zeigte sich beeindruckt von der ehrenamtlich organisierten Betriebsablauf, der auch logistisch einiges abverlangt. Die inhaltliche Bewertung der Tafelarbeit fiel einmütig aus: „Schlimm, dass es in einem reichen Land die Tafel braucht“.

Vor dem Besuch der Tafel sprachen Frank Firsching und Verena Di Pasquale mit den Verantwortlichen des Jobcenters der Stadt Schweinfurt über wirksame Mittel zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit. Anschließend lud der DGB zu einem Pressegespräch über die DGB-Vorschläge zur Verringerung von Langzeitarbeitslosigkeit ein. Die DGB-Botschaft: Die Mittelkürzungen zur Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen müssen zurückgenommen werden. Und es braucht einen ehrlichen 2.Arbeitsmarkt, der Langzeitarbeitslosen die Möglichkeit gibt zunächst in einem geschützten Raum zu agieren.


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