Deutscher Gewerkschaftsbund

28.10.2014
DGB Kreisverbände Ufr.

Weinwanderung und Freihandelsabkommen

Gruppenbild

Teilnehmer der Weinwanderung DGB Ufr.

Ramsthal. Noch ungewöhnlich aber ausbaufähig. Das sind Gemeinschaftsveranstaltungen zweier oder mehrerer DGB Kreisverbände. Zur Weinwanderung mit politischer Note luden die Kreisverbände Bad Kissingen und Haßberge nach Ramstahl, wo der dortige Ortsverband für Organisation verantwortlich war.

Gut 30 Gewerkschafterinnen, Aktive und Sympathisanten trafen sich Samstags morgen um 9.30 Uhr in der Ortsmitte von Ramsthal und erklommen einen Weinberg des Winzers Adolf Keller, der viel wissenswertes über den Frankenwein preisgab und die eineinhalbstündige Wanderung kurzweilig gestaltete.

Anschließend ging es dann in die Heckenwirtschaft von Herrn Keller, die beheimatet ist im ausgebauten Gewölbekeller vom Winzer Keller. Bevor dort fränkische Bratwürste mit Sauerkraut und Brot bei Frankenwein oder Wasser serviert wurden, sprach DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching zum Freihandelsabkommen TTIP zwischen der USA und der EU. Firsching ging in seinem halbstündigen Vortrag zunächst einigen grundsätzlichen Fragen nach: Was ist ein Freihandelsabkommen? Was verspricht man sich vom Freihandelsabkommen? Welche Gefahren lauern bei Freihandelsabkommen? Nachdem diese Frage geklärt waren, formulierte der DGB Regionschef die Position des DGB, wie folgt:

Frank Firsching

Frank Firsching DGB Ufr.

Der DGB ist mit Sicherheit nicht gegen Handel unter Ländern oder zwischen Wirtschafträumen. Im Gegenteil: Handel schafft Arbeitsplätze, das stellt der DGB nicht infrage! Doch plädiert der DGB nicht für den freien Handel, sondern für einen fairen Handel. Das heißt, dass weder Verbraucher- noch Umweltschutzstandards als Handelshemmnisse begriffen werden und gesenkt werden dürfen. Wir wollen die jeweils höchsten Standards umgesetzt wissen. Gleiches gilt selbstverständlich für die Rechte der Arbeitnehmerrechte. Nachdem die USA sechs der acht ILO-Kernarbeitsnormen noch nicht unterzeichnet hat, muss die Unterzeichnung erfolgen, bevor ein Handelsabkommen mit der USA abgeschlossen werden kann. Dabei handelt es sich beispielsweise um nichts geringeres, als um das Recht sich in Gewerkschaften zusammenschließen zu dürfen, um das Recht auf kollektive Tarifverhandlungen, oder um gleiche Entlohnung für Mann und Frau. Zudem verlangt der DGB transparente Verhandlungen und den Verzicht auf eine Investorenschutzklausel, die Investoren das Recht einräumt Staaten vor undemokratisch eingerichteten Schiedsgerichten zu verklagen.

In der anschließenden Diskussion wurde die europäische Bürgerinitiative Campact vorgestellt, die 1 Million Unterschriften gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA sammeln will. Fast alle Anwesenden trugen sich in die ausgelegten Listen ein.