Deutscher Gewerkschaftsbund

26.08.2014
DGB Unterfranken

US-Zivilbeschäftigte trotzen den Widrigkeiten

Streikende vor den Ledward Barracks

Streikende vor den Ledward Barracks DGB Unterfranken

Schweinfurt. Mit einer ungewöhnlichen Konstellation sehen sich die Zivilbeschäftigten der US-Stationierungsstreitkräfte am Standort Schweinfurt konfrontiert. Mit der Vollendung des Abzugs der US-Army vom Standort zum 30.September endet ihr Beschäftigungsverhältnis. Gleichzeitig beginnt heute die bundesweite Tarifrunde 2014 für die Zivilbeschäftigten.

Für gut 70 Beschäftigte Grund genug sich an der aktiven Mittagspause von ver.di aktiv zu beteiligen. Trotz, oder gerade wegen der Widrigkeiten standen die Kolleginnen und Kollegen vor der Ledward-Kaserne in der Niederwerrnerstraße und machten auf sich aufmerksam. Betriebsratsvorsitzender Michael Dörfer machte in seiner kurzen, prägnanten Ansprache klar, dass auch die Schweinfurter Belegschaft die Forderung nach 3% mehr Lohn, aber mindestens 90 Euro plus, nachdrücklich unterstützt.

In seinem Grußwort bezeichnete DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching die Forderung als „eher bescheiden“ und deshalb auch vollständig durchsetzbar. Seinen Ausführungen zufolge schlossen die DGB-Gewerkschaften in diesem Jahr Tariferhöhungen für insgesamt 5,3 Mio. Beschäftigte durch. Die durchschnittliche Lohnsteigerung betrug dabei bisher 3,4%. Sie sei also höher als die Forderung der Zivilbeschäftigten.

„Noch wichtiger als die Höhe des Tarifabschlusses ist für jeden Einzelnen hier die Frage nach der beruflichen Zukunft. Wenige haben eine Anschlussbeschäftigung gefunden. Viele sind noch auf der Suche und münden zunächst für sechs Monate in die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft. Und das bei einem, von Arbeitgeberverbänden, Handwerk und Industrie beschworenem Fachkräftemangel. Hier sind die Fachkräfte, liebe Arbeitgeber, greifen Sie zu. Ich fordere Arbeitsagentur und Arbeitgeber auf den Fachkräftemangel durch einstellen von Fachkräften zu begegnen. Um die US-Liegenschaften bis zur Nachnutzung in Schuss zu halten fordere ich Oberbürgermeister und Landrat auf, so viele Zivilbeschäftigte wie möglich mit dieser Aufgabe zu betrauen. Denn große Worte der Unterstützung wurden genug gesprochen, die Taten allerdings, sie lassen auf sich warten.“ so Frank Firsching.

vorne: Michael Dörfer, Vertrauensleutesprecher

vorne: Michael Dörfer, Vertrauensleutesprecher DGB Unterfranken