Deutscher Gewerkschaftsbund

26.11.2014
DGB Kreisverband Bad Kissingen

Rente im Visier

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Teilnehmer

Teilnehmer DGB Ufr.

Bad Kissingen. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe zu den Änderungen in der Rentengesetzgebung machte der DGB Kreisverband Bad Kissingen. Kreisvorsitzender Gerhard Klamet durfte gut 20 Interessierte aus überwiegend Renten nahen Jahrgängen begrüßen. Damit wurden die acht DGB Informationsveranstaltungen in Unterfranken von etwa 220 Gästen besucht.

Als Referenten fungierten diesmal Rentenberater Gerhard Stein und DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching. Während Frank Firsching die bewährte Präsentation zur Rentengesetzgebung referierte, ergänzte Gerhard Stein den Vortrag mit fachkompetenten Beispielen und beantwortete konkrete Fragen aus dem Publikum. Fragen nach dem Bezug der Mütterrente, Anrechnungszeiten, Hinzuverdienstgrenzen und verschiedenen Konstellationen zum Renteneintritt prägten den Abend.

Frank Firsching hatte zudem den politischen Blick auf die Entwicklung in der Rentengesetzgebung der letzten 15 Jahre. Kritisch beleuchtete der Regionschef die Rentenkürzungsprogramme seit 2001, die unter dem Kollegen Walter Riester begannen. Ob Nachhaltigkeitsfaktor, Demografiefaktor oder Rentenanpassungsgesetz. Alle Eingriffe die Rentenformel dienten nur dem Zweck die gesetzliche Rente von dem Anspruch der Lebensstandardsicherung auf eine Grundsicherung zu minimieren.

v.l. Gerhard Stein, Gerhard Klamet, Frank Firsching

v.l. Gerhard Stein, Gerhard Klamet, Frank Firsching DGB Ufr.

Die so entstehende Versorgungslücke sollte dann jeder für sich selber schließen. Als Instrumente erfand man die Riester-Rente und die Rürup-Rente, die nach denen benannt wurden, die vor allem ein Ziel hatten: Die Beiträge zur gesetzlichen Rente für die Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Denn für die Versicherten wurde es in dieser Zeit wesentlich teurer sich eine Rentenhöhe zu ersparen, die den Lebensstandard sichert. Zu den Beiträgen der GRV kommen nämlich noch einmal 4% Beitragszahlung für die private Riester-Rente hinzu, mit denen der Arbeitgeber nichts zu tun hat.

Im Ergebnis, so Firsching, werden die Leistungen der GRV weiter sinken. Von einem Rentenniveau von etwa 50% (des Nettolohns) auf durchschnittlich nur noch 43%! Das vorgestellte Rentenkonzept des DGB hat im Gegensatz zum Ziel das Rentenniveau von 50% des Nettolohns zu halten und gleichzeitig die Rente ab 67 durch die Rente ab 65 abzulösen. Das ist nach den Berechnungen des DGB möglich, wenn eine jährliche Beitragssteigerung von 0,2 Prozentpunkten erfolgt, die bis 2025 zu einem paritätisch finanzierten Beitragssatz von 22% führt, der dann bis 2030 stabil gehalten werden kann. Die Rentenkürzungsprogramme könnte man mit dieser Strategie vergessen.

DGB Ufr.


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