Deutscher Gewerkschaftsbund

05.06.2014
Scheinfeld ist bunt

Einigkeit und Solidarität aller Demokraten

Bis zu 2.000 Demonstraten beteiligten sich an Aktionen von "Scheinfeld ist bunt".

Bis zu 2.000 Demonstraten beteiligten sich an Aktionen von "Scheinfeld ist bunt". Jürgen Neuwirth


Scheinfeld. Rund 2.000 Demonstranten beteiligten sich im mittelfränkischen Scheinfeld am 24. Mai 2014 am Protest gegen den Bayerntag der NPD. Unter dem Motto: „Scheinfeld ist bunt“ versammelten sich zahlreiche Gruppen, Bündnisse, Gewerkschaften und Initiativen, um gegen rechte Provokationen und ein von der NPD geplantes Konzert der Neo-Naziband „Kategorie C“ zu demonstrieren. Nachdem eine „NPD Mahnwache“ schon zuvor verboten wurde, stoppten die Behörden auch das Nazikonzert. Der Einspruch der NPD beim Verwaltungsgericht dagegen wurde abgelehnt, so blieb die Musikveranstaltung untersagt.

Durch die Nachricht, ein Nürnberger Bus mit Gegendemonstranten aus dem gewerkschaftlichen Umfeld werde von der Polizei an der Anreise zum Kundgebungsort gehindert, setzte sich der Demonstrationszug der Nazigegner zunächst in Richtung des gestoppten Busses in Bewegung. Nach einigem hin und her mit der Polizei konnten die Businsassen den Bus verlassen und sich der Demonstration anschließen, die am Marktplatz einen Stopp einlegte. Bei der Zwischenkundgebung kamen erste Redner zu Wort. „Die Toleranz hört da auf, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werde“ betonte Stefan Jordan, Sprecher des Bündnisses „Scheinfeld ist bunt“. Der Bunte Demonstrationszug setze sich in Richtung Freibad fort, dem Ort der Abschlusskundgebung. Die Transparente und Schilder der Teilnehmenden enthielten eindeutige Botschaften: „Demokratie verteidigen- kein Platz für Nazis“ oder „bunte Vielfalt- statt brauner Einfalt“. Landrat Helmut Weiß betonte: „Es darf nie wieder eine NPD Kundgebung in Scheinfeld geben.“

Günter Pierdzig, einer der Hauptakteure bei der Vorbereitung der Gegenaktivitäten schilderte seine Gesamteindrücke: „Insgesamt bewerten die Nordbayerischen Bündnisse (NBB) den 24. Mai 2014 in Schweinfeld sehr positiv. Es ist der Scheinfelder Bürgerschaft und den von außerhalb aus ganz Nordbayern angereisten Demokraten eindrucksvoll gelungen, ein klares Signal gegen die Vereinnahmung der Steigerwaldstadt durch Nazi-Aktivitäten zu setzen und der NPD ihre Grenzen klar aufzuzeigen. Dieser überwältigende Erfolg konnte nur gemeinsam und durch die Solidarität aller Bündnisse erreicht werden und kann somit Vorbild für andere Kommunen sein, die vor ähnlichen Problemen stehen. Die NBB sind optimistisch, dass der 24. Mai 2014 Patrick Schröder und der gesamten NPD Bayern noch lange zu denken geben wird. Selbst die - leider notwendige - Kritik an der Polizeistrategie sowie im Rückblick verschiedene Unstimmigkeiten und Kommunikationsschwierigkeiten vermögen diese sehr positive Gesamtbilanz nicht zu trüben. Scheinfeld hat gezeigt: Einigkeit und Solidarität aller Demokraten sind der Schlüssel zum Erfolg!“


Nach oben

Der DGB Schweinfurt beteiligt sich am Bündnis Schweinfurt ist bunt.

Der DGB Würzburg beteiligt sich am Bündnis Würzburg ist bunt.