Deutscher Gewerkschaftsbund

18.07.2017
DGB-Jugend Unterfranken

Ferienjobs: Auch hier gilt der Mindestlohn

Pressemitteilung

Die großen Sommerferien stehen vor der Tür und für viele Schülerinnen und Schüler beginnt damit die Zeit der Ferienjobs. Sie helfen, das Taschengeld aufzubessern und gewähren frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt. Es gibt ein breites Spektrum an Ferienjobs in den unterschiedlichen Branchen und mit verschiedenen Aufgaben. Doch gilt es bei einem Ferienjob für Schülerinnen und Schüler einiges zu wissen und zu beachten.

Viele Schülerinnen und Schüler wollen sich mit einem Ferienjob etwas dazu verdienen. Der Lohn ist somit oft ein wichtiger Grund in den Ferien zu arbeiten. Bei der Höhe des Lohns gibt es je nach Branche Unterschiede. In der Industrie zum Bespiel richtet sich die Bezahlung von Schülerinnen und Schülern im Ferienjob nach den bestehenden Tariflöhnen.
Jobbt man als Schülerin und Schüler im Eiscafé, in der Tankstelle oder in der Bäckerei so handelt man mit dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin meistens den Lohn direkt aus. Was man hierbei nicht vergessen darf: Auch für Ferienjobs gilt der allgemeine, gesetzliche und flächendeckende Mindestlohn. Damit ist es seitdem 01.01.2015 in Deutschland gesetzlich verboten, Löhne unter Mindestlohn zu zahlen. Die Entlohnung der Schülerinnen und Schüler sollte dementsprechend auch mindestens 8,84 Euro pro Stunde betragen.
Leider haben minderjährige Schülerinnen und Schüler keinen gesetzlichen Anspruch auf den Mindestlohn. Auch sind einige Branchen wie beispielsweise Zeitungsauträgerinnen und –träger vom allgemeinen Mindestlohn ausgenommen.
Daher ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler bei der Auswahl ihres Ferienjobs den Lohn im Blick behalten Denn Ferienjobs sind Jobs, die fair entlohnt werden sollten. Deswegen sollten Schülerinnen und Schüler bei der Wahl eines Ferienjobs immer darauf achten, dass sie mindestens 8,84 Euro oder mehr pro Stunde verdienen.

Wichtig ist bei den Ferienjobs zu berücksichtigen, dass Jugendliche nicht jede Tätigkeit ausüben dürfen. Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt, unter welchen Bedingungen Jugendliche arbeiten dürfen.
Es verbietet Kindern bis zum einschließlich 14. Lebensjahr zu arbeiten. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Mit Zustimmung der Eltern dürfen Kinder über 13 Jahren bis zu zwei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten. Im landwirtschaftlichen Bereich sind drei Stunden täglich innerhalb dieses Zeitraums erlaubt. Voraussetzung ist, dass es sich um leichte Tätigkeiten handelt - das können zum Beispiel Gartenarbeit, Zeitungen austragen oder Botengänge sein.
Jugendliche, also 15- bis 17jährige, dürfen einen Ferienjob ausüben. Aber hier sind einige Regeln und Einschränkungen zu beachten. Wenn die Jugendlichen noch schulpflichtig sind, dürfen sie nicht länger als vier Wochen pro Jahr in den Ferien jobben. Denn ganz klar gilt: Schulferien dienen in erster Linie der Erholung.

Wichtig: Für Jugendliche ist schwere körperliche oder gar gefährliche Arbeit nicht erlaubt. Dazu zählen unter anderem das Tragen von schweren Gegenständen, das Hantieren mit Chemikalien oder Akkordarbeit. Die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche darf nicht überschritten werden, auch nicht der Arbeitszeitraum zwischen 6 bis 20 Uhr.

Allerdings gibt es hier Ausnahmen, wenn der Schüler oder die Schülerin bereits 16 Jahre alt ist. Sie dürfen im Gaststättengewerbe bis 22 Uhr und in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr arbeiten. Wochenendarbeit ist ebenfalls tabu – außer zum Beispiel bei Sportveranstaltungen.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt auch Fragen wie zum Beispiel die Ruhepausen von unter 18-Jährigen. Bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden am Tag müssen die Schülerinnen und Schüler mindestens eine Pause von 30 Minuten bekommen, bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden mindestens 60 Minuten. Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind nicht nur verpflichtet, das Jugendarbeitsschutzgesetz einzuhalten. Sie müssen Schülerinnen und Schüler für ihren Ferienjob auch über den Betrieb unfallversichern.

Werden die gesetzlichen Regelungen nicht eingehalten, können Schülerinnen und Schüler sich wehren. Verstöße gegen die Arbeitsschutzgesetze für Jugendliche sind nicht einfach hinzunehmen. Als erste Anlaufstelle bietet sich die Gewerkschaft an, hier wird den Schülerinnen und Schüler aufgezeigt, welche Handlungsmöglichkeiten sie haben und welche Erfolgsaussichten bestehen. Die Erstberatung steht auch Nichtmitgliedern offen. Betroffene können sich auch an die örtliche Aufsichtsbehörde wenden. In der Regel sind das die Gewerbeaufsichtsämter oder die Ämter für Arbeitsschutz.

Für Ferienjobs ist es auch wichtig zu wissen, dass Beiträge zur Sozialversicherung nicht anfallen. Steuern jedoch schon, wenn der Lohn über dem monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von 735 Euro brutto liegt. Dabei werden die Steuern normalerweise im nächsten Jahr erstattet, wenn man beim Finanzamt einen Antrag stellt. Dafür benötigt der Arbeitgeber in jedem Fall die elektronische Lohnsteuerkarte –diese erhält man beim Finanzamt.

Auf jeden Fall sollten die Schülerinnen und Schüler darauf achten, zu Beginn ihres Ferienjobs einen schriftlichen Vertrag zu bekommen, in dem die Aufgaben, Arbeitszeiten und der Lohn klar beschrieben sind. Wichtig ist noch bei Minderjährigen, dass die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigen einer Beschäftigung zustimmen müssen.

Die DGB-Jugend bietet zum Thema „Ferienjobs“ spezielle Infos und Broschüren an und vermittelt bei Problemen entsprechende Ansprechpartner.

 

 


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