Deutscher Gewerkschaftsbund

01.07.2014
Die bayrische DGB Jugend übergibt ihre Forderungen zum Thema Mindestlohn an Bundestagsabgeordnete in Berlin

DGB Jugend fordert Mindestlohn ohne Ausnahme

DGB Jugend Nordbayern

von links: Katja Ertl, MdB Klaus Ernst, Julia Römer

von links: Katja Ertl, MdB Klaus Ernst, Julia Römer DGB Jugend Nordbayern

Schweinfurt/Berlin. Die nordbayrische Jugendsekretärin Julia Römer hat vergangene Woche die DGB Forderungen nach einem Mindestlohn ohne Ausnahmen an die unterfränkischen Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber (CSU), Klaus Ernst (Die Linke) und Bernd Rützel (SPD) übergeben. Die DGB Jugend begrüßt die längst fällige Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, jedoch dürfe es keine Ausnahmen bei unter 18 Jährigen, PraktikantInnen und Langzeitarbeitslosen geben. Das Hauptargument, der Mindestlohn würde junge Menschen davon abhalten eine Ausbildung zu beginnen, ist für Julia Römer nicht nachvollziehbar: ”Obwohl junge Menschen auch heute schon in Aushilfsjobs mehr verdienen könnten als während der Ausbildung entscheidet sich der Großteil für eine Ausbildung” Die nordbayrische Jugendsekretärin sieht die Ursache in einem mangelnden Angebot an guten Ausbildungsplätzen.

Unter dem Motto “Mindestlohn für Alle - Würde kennt keine Ausnahmen!” fordert die DGB von den Abgeordneten des Deutschen Bundestages gegen einen Mindestlohn mit Ausnahmen zu stimmen. An einer Fotokampagne der DGB Jugend Bayern beteiligten sich viele junge GewerkschafterInnen aber auch andere Jugendverbände und Politiker.

Julia Römer und MdB Bernd Rützel

Julia Römer und MdB Bernd Rützel DGB Jugend Nordbayern

Die Bilder, die dabei entstanden sind, sind als Titelbild auf einer Postkarte gesammelt und an alle Bundestagsabgeordneten versendet worden. 

Drei der unterfränkischen Bundestagsabgeordneten nahmen die DGB Forderungen persönlich entgegen. Bei gemeinsamen Gesprächen diskutierten Julia Römer und Katja Ertl (DGB Jugendsekretärin Ostbayern) über die Beschlussvorlage und die Positionen der Fraktionen.

Klaus Ernst positioniert sich klar gegen einen Mindestlohn mit Ausnahmen- dies sei kein richtiger Mindestlohn.

Gegen eine Ausweitung der Ausnahmen auf weitere Personengruppen oder bestimmte Branchen spricht sich Bernd Rützel aus. Anja Weisgerber betont, dass sie es unterstütze PraktikantInnen, die außerhalb von Ausbildungszwecken ein Praktikum absolvieren, nicht als Ausnahme zu betrachten.

Umso überraschter zeigt sich der DGB zu Ausnahmen, die einen Tag später von SPD und CDU/CSU ausgehandelt wurden, demnach sollen jetzt auch SessionarbeiterInnen und ZeitungszustellerInnen vom gesetzlichen Mindestlohn ausgenommen werden.

„Das ist völlig inakzeptabel. Für die DGB Jugend gilt nach wie vor und jetzt erst recht: „Ein Mindestlohn mit Ausnahmen ist kein echter Mindestlohn!“

zweite von rechts: MdB Anja Weisgerber

"Mindestlohn für Alle - Würde kennt keine Ausnahmen!" an MdB Anja Weisgerber DGB Jugend Nordbayern

Der DGB Schweinfurt beteiligt sich am Bündnis Schweinfurt ist bunt.

Der DGB Würzburg beteiligt sich am Bündnis Würzburg ist bunt.