Deutscher Gewerkschaftsbund

25.04.2017

Tunesische Delegation von Gewerkschaftern und Arbeitgebern in Aschaffenburg

Wie funktioniert das duale Ausbildungssystem und wie ist die Betriebsratsarbeit organisiert?

Tunesische Delegation von Gewerkschaftern und Arbeitgebern in Aschaffenburg

Tunesische Delegation von Gewerkschaftern und Arbeitgebern in Aschaffenburg Gerhard Wick

Wie funktioniert das duale Ausbildungssystem und wie ist die Betriebsratsarbeit organisiert, waren nur zwei Fragen, die während des Besuchs einer Delegation aus Tunesien, thematisiert worden sind. Rund 20 tunesische Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände kamen nach Aschaffenburg, um sich über die Themen Sozialpartnerschaft, duale Ausbildung, Betriebsrats- und Gewerkschaftsarbeit zu informieren.

Auf Initiative des DGB ist ein 13-monatiges Kooperationsprojekt zwischen DGB und BDA sowie dem tunesischen Gewerkschaftsbund UGTT und dem Arbeitgeberverband UTICA ins Leben gerufen worden. Die UGTT vertritt rund 520.000 ArbeitnehmerInnen und ist damit die größte zivilgesellschaftliche Massenorganisation des Landes. Die UTICA repräsentiert 150.000 Unternehmen.

Tunesische Delegation von Gewerkschaftern und Arbeitgebern in Aschaffenburg

Tunesische Delegation von Gewerkschaftern und Arbeitgebern in Aschaffenburg Gerhard Wick

Den ersten Halt legte die Delegation in der Aschaffenburger Bekleidungsfachschule ein. Dort stellte DGB Regionssekretär Björn Wortmann als alternierender Vorsitzender des Berufsbildungsausschuss die Funktionsweise der dualen Ausbildungssystems vor. Dabei hob er den sozialpartnerschaftlichen Dialog zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den Kammern hervor.

Getrud Keller, die Schulleiterin der Bekleidungsfachschule, stellte die Ausbildungs- und Lernmöglichkeiten vor und führte durch die Lehr- und Lernräume. Am Nachmittag konnte ein Besuch bei Linde Hydraulics organisiert werden, bei dem der Betriebsratsvorsitzende Oliver Polomsky seine Arbeit und Themenschwerpunkte des Betriebsrats vorgestellt hat. Auch der Personalleiter von Linde Hydraulics nahm an dem Treffen teil und stellte die betrieblichen Abläufe und Qualifizierungsangebote für die Arbeitnehmer etwa bei Einführung neuer Maschinen dar. Nach angeregter Diskussion wurde die Gruppe durch das neu gebaute Werk geführt.

Gerhard Wick, ehemaliger Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg begleitete die Delegation während ihres 5-tägigen Aufenthalts im Rhein-Main Gebiet und stellte entsprechende Kontakte vor Ort her. „Der internationale Austausch und Dialog ist eine enorme Bereicherung“, resümiert Björn Wortmann, „es war sehr spannend, einen Einblick zu bekommen, welche Herausforderungen unsere tunesischen Kollegen im Rahmen des Demokratisierungsprozess nach dem arabischen Frühling zu bewerkstelligen haben. Auf der anderen Seite hatte ich den Eindruck, dass die tunesischen Sozialpartner ein hohes Interesse am Thema duales Ausbildungssystem haben.“

In mehreren Workshops werden die deutsch-tunesischen Beziehungen auf sozialpartnerschaftlichen Ebene weiter vertieft werden, bestätigten der Projektleiter des DGB Peter Seideneck und Claudia Rahmann von der Abteilung Internationales der IG Metall. Claudia Rahmann ergänzt, dass die IG Metall seit 2013 auch eigene Projekte in Tunesien durchführt.

Wie funktioniert das duale Ausbildungssystem und wie ist die Betriebsratsarbeit organi-siert?

Wie funktioniert das duale Ausbildungssystem und wie ist die Betriebsratsarbeit organi-siert? Gerhard Wick


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