Deutscher Gewerkschaftsbund

24.10.2016

Jubiläum standesgemäß gefeiert

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bezirk Bayern

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bezirk Bayern DGB Ufr.

Nürnberg. Seinen Stolz über die Jubiläumsveranstaltung „10 Jahre Konferenz der Ehrenamtlichen im DGB Bayern“ konnte Matthias Jena kaum verbergen. Immerhin durfte der Vorsitzende der DGB Bayern etwa 180 Aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Nürnberg begrüßen, die in den DGB Orts-, Stadt- und Kreisverbänden ehrenamtlich wirken.

In seinem Rückblick streifte Jena die Themen aus zehn Konferenzen, warf einen kritischen Blick auf die letzte DGB Organisationsreform, um festzustellen dass das ehrenamtliche Engagement im DGB Bayern seit Jahrzehnten funktioniert. Waren es früher die so genannten DGB Ortskartelle, die sich kommunalpolitisch einmischten und organisationspolitisch auftraten sind es heute die Stadt- und Kreisverbände, die diese Aufgaben satzungsgemäß übernommen haben. Die notwendige hauptamtliche Unterstützung werde von den DGB Regionsbüros zuverlässig geleistet. Insofern sei der DGB Bayern in der Fläche nach wie vor gut aufgestellt.

KollegInnen der DGB Kreisverbände Ufr.

KollegInnen der DGB Kreisverbände Ufr. Siegfried Koch

Diese Sicht der Dinge wurde grundsätzlich von der anschließenden Gesprächsrunde aus dem Kreise der Kreisverbände geteilt. Es unterhielten sich Helga Springer- Gloning (KV Allgäu), Wolfgang Berndt (KV Amberg- Sulzbach) und Brigitte Falk (KV Cham) mit Moderator Christian De Lapuente (DGB Regionssekretär). Auf die abschließende Frage von De Lapuente was sich „das Ehrenamt“ denn so wünsche, teilten alle drei die Forderung nach einer besseren Finanzausstattung, welche Überraschung. Sogleich sah sich Bezirkschef Jena in der Pflicht zu versichern, dass in Bayern noch kein Projekt, noch keine Veranstaltung am Finanzmangel gescheitert sei. Wenn es mal knapp mit dem Geld sei, finde man individuelle Lösungen, so Jena.

Es unterhielten sich Helga Springer- Gloning (KV Allgäu), Wolfgang Berndt (KV Amberg- Sulzbach) und Brigitte Falk (KV Cham) mit Moderator Christian De Lapuente (DGB Regionssekretär).

Es unterhielten sich Helga Springer- Gloning (KV Allgäu), Wolfgang Berndt (KV Amberg- Sulzbach) und Brigitte Falk (KV Cham) mit Moderator Christian De Lapuente (DGB Regionssekretär). DGB Ufr.

Der Höhepunkt der Konferenz war dann der Auftritt von DGB Bundesvorsitzenden Reiner Hoffmann. In seiner mehr als einstündigen Grundsatzrede behandelte Hoffmann so gut wie alles. Von der Notwendigkeit einer stabilen Mitgliederentwicklung, über die Unsitte der Tarifflucht von Arbeitgebern, von der Richtigkeit einer gerechten Steuerpolitik über die Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus und die paritätische Finanzierung des Krankenkassenbeitrags bis hin zur unsäglichen, weil menschenverachtenden, Entwicklung des Rechtspopulismus alá AfD. Im Mittelpunkt der anschließenden Aussprache standen jedoch die Freihandelsabkommen TTIP & CETA, bzw. die gewerkschaftliche Positionierung dazu. Die mehrfach geäußerte Kritik an Hoffmann: Erst demonstrierten wir gegen CETA am 17. September und kurz danach erkläre der DGB Vorsitzende seine Zustimmung zu CETA. Nachvollziehbar, dass Hoffmann das so nicht stehen ließ. Aufgrund der erfolgreichen Demos sei Bewegung in die Verhandlungen mit Kanada gekommen. Die wesentlichen gewerkschaftlichen Forderungen wie das Aus von privaten Schiedsgerichten und die Ratifizierung der ILO-Kernarbeitsnormen durch Kanada seien erfüllt. Er stehe dazu die Chance zu ergreifen positive Standards im Welthandel zu setzen. Das treffe nicht für TTIP, aber für CETA zu.

DGB Ufr.


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