Deutscher Gewerkschaftsbund

11.10.2018

DGB ehrt Rudi Großmann mit der Fritz- Soldmann- Urkunde

v.l.v. l. Percy Scheidler (1. Bevoll. IG Metall Aschaffenburg), Regina Großmann und Rudi Großmann, Frank Firsching (DGB Regionsgeschäftsführer), Reinhard Frankl (DGB Kreisvorstand Aschaffenburg - Miltenberg)

v. l. Percy Scheidler (1. Bevoll. IG Metall Aschaffenburg), Regina Großmann und Rudi Großmann, Frank Firsching (DGB Regionsgeschäftsführer), Reinhard Frankl (DGB Kreisvorstand Aschaffenburg - Miltenberg) Foto: Doris Hofmann

Erlenbach. Stellvertretend für die DGB Region Unterfranken hat Geschäftsführer Frank Firsching die Fritz- Soldmann- Urkunde als höchste Auszeichnung des DGB Unterfranken an den Erlenbacher Rudi Großmann verliehen. In einer Feierstunde würdigte der DGB den langjährigen Betriebsratsvorsitzenden der Firma WIKA in Klingenburg- Trennfurt in der Erlenbacher Frankenhalle.

Percy Scheidler, seines Zeichens Geschäftsführer der hiesigen IG Metall Aschaffenburg, beschrieb den Geehrten in seiner Laudatio als „direkt, ehrlich und geradeaus“. Nach anfänglichen Zögern habe er selbst die Vorteile dieser klaren Kommunikation zu schätzen gelernt, so Scheidler. In die IG Metall trat Großmann 1981 ein und übernahm im Betrieb sogleich Verantwortung als Vorsitzender des Betriebsrats. Dieses Amt hatte Großmann bis zum Ausscheiden aus der Firma WIKA im Jahr 2012 inne. Zum Abschied habe die Geschäftsleitung die Internationale gesungen, umgedichtet zwar, alle Tage aber geschehe sowas nicht, meinte Scheidler. Der Laudator lobte den Fleiß und die Gewissenhaftigkeit von Rudi Großmann, die er in allen seinen Ämtern und Tätigkeiten zeigte. Als ehrenamtlicher 2.Bevollmächtigter ebenso, wie als DGB Kreisvorsitzender, als Mitglied des AOK Beirats Aschaffenburg wie als Mitglied des Verwaltungsausschusses der örtlichen Agentur für Arbeit oder als Beirat des Jobcenters. Gleiches gelte sicher auch für all seines Engagements in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und seine ehrenamtliche Tätigkeit als Richter des Bundesarbeitsgerichts seit 1996!

 

Reinhard Frankl am Rednerpult

Reinhard Frankl am Rednerpult Foto: Doris Hofmann

Sichtlich bewegt nahm Großmann sowohl Urkunde als auch die Glückwünsche der Gratulanten entgegen. Mit einem Schmunzeln im Gesicht beschrieb der Preisträger seine unterschiedliche Stellung in Gewerkschaft und Kirche. „In der IG Metall war ich stets der Schwarze und in der KAB immer der Rote.“! Er habe immer versucht sich für die Menschen einzusetzen. Seine Frau Regina, bei der er sich herzlichst für die Unterstützung bedankte, meint es habe einen Sprachfehler, weil er immer JA sage, wenn jemand anriefe und um Hilfe ersuche, so Großmann. Das sei auch heute noch so, obwohl er peu a peu versuche langsam zurückzuschalten.

 

Männerchor ACORDIS Obernburg

Männerchor ACORDIS Obernburg Foto: Doris Hofmann

Die Fritz- Soldmann- Urkunde wird in Unterfranken vom DGB an bis zu zwei Personen im Jahr vergeben, die sich „in herausragender Weise für soziale Gerechtigkeit, Solidarität einsetzen und sich um den Aufbau von gewerkschaftlichen Strukturen verdient gemacht haben“. Die Auszeichnung gibt es seit dem Jahr 2005 und wurde bisher an 17 Kolleginnen und Kollegen verliehen.

Fritz- Soldmann war Gewerkschafter und Sozialdemokrat, 1978 in Lübeck geboren und 1945 kurz nach der Befreiung aus dem KZ Buchenwald an den Folgen der jahrelangen Haft verstorben. Soldmann hatte in Schweinfurt nach der Jahrhundertwende 1900 den Schuhmacherverband und die AOK in Schweinfurt aufgebaut, bevor er die Leitung des ADGB Arbeitersekretariats 1914 übernahm. Der Namensgeber der DGB- Urkunde rief 1918 in Schweinfurt die Revolution aus, war dann Landessekretär der USPD in München und Reichstagsabgeordneter von 1920 – 1924 und 1930 – 1933. Er konnte am 23. März 1933 nicht gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz im Reichstag stimmen, da er zu dieser Zeit schon inhaftiert war.

 

 

 

Rudi Großmann

Rudi Großmann Foto: Doris Hofmann


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