Deutscher Gewerkschaftsbund

23.02.2018
Pressmeldung ver.di-Bezirk Würzburg/Aschaffenburg

H & M Chef Persson ignoriert knapp 3.000 Solidaritätsunter-schriften für den Erhalt des H&M Lagers in Großostheim

Großostheim: Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hat der Betriebsrat des H&M Lagers ein dickes Unterschriftenpaket für den Erhalt der Arbeitsplätze in Großostheim per Einschreiben an ihren Chef Herrn Persson in Schweden geschickt.

Mit Zusendung der Solidaritätsunterschriften wurde der H&M Boss aufgefordert, Alternativen zu der Schließungsabsicht zu entwickeln. Ver.di findet, dass H&M sich an die selbstformulierten Grundsätze halten muss wie z.B.: „In der H&M Konzerngruppe sind die Menschen das wichtigste Gut und der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb verpflichten wir uns gesunde, sichere und nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen“ (Quelle: H&M The global health & saftey policy).

Nun liegt ein knappes standardisiertes Antwortschreiben per E-Mail in Englisch aus Schweden vor, das gleichlautend an den Betriebsrat und ver.di gesandt wurde.

Hier wird etwas von „Achtung der nationalen Gesetzgebung“, „nachkommen von Verpflichtungen“ und „soziale und wirtschaftliche Lösungen“ gefunden werden soll, wie auch „das lokale Gesetze und Vorschriften befolgt werden“, erklärt. Mit der Aussage, dass die „Hauptgeschäftsstelle“ sich nicht in das Verfahren einmischt, kann der Eindruck gewonnen werden, dass H&M mit dem Lagerstandort in Großostheim überhaupt nichts zu tun hat, findet ver.di-Sekretär Peter König.

Die Reaktion ist inhaltlich und im Stil völlig unangemessen. Hier wird aufgrund einer wo und von wem auch immer gefällten unternehmerischen Entscheidung, die die berufliche Existenz von über 300 Menschen vernichtet, überhaupt kein Bezug genommen. H&M hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, das Schreiben in Deutsch zu verfassen und zu unterschreiben, so König weiter.

 

Hier das Antwortschreiben im Original:

 

Dear colleagues and employee representatives of the Replenishment Warehouse in Großostheim,

Thanks for your letter from December 19th, 2017. 

We always follow national legislation where we operate and your local negotiations about the planned closure are still ongoing.
So we kindly ask for your understanding that at the Head Office level we will not interfere in this local legal open procedure.

 

You know that the fashion retail sector is in a period of extensive and rapid change. The competitive landscape is being redrawn, new players are coming in and customers’ behavior and expectations are changing. We continue to develop the business and this includes alignment, improvement and diversification. Logistics  optimization is a relevant part of it. In line with today’s requirements, Global Logistics has been evaluating and analyzing the infrastructural logistics demands, capacity requirements and potential synergies that are based on multifaceted market and business factors.

Independent from the result of your local negotiation process, H&M will fulfil their obligations and focus on and aim for to find a solution which is socially and economically balanced. The local management will act responsible, in line with business necessity and comply with all local laws and regulations.

 

Kind regards, 

Head Office

Global HR department -

Global employee relations and work environment section

 

 


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