Deutscher Gewerkschaftsbund

04.05.2018
Vielfalt, Solidarität und Gerechtigkeit

Maikundgebung Schweinfurt: Herausforderung gemeistert.

Foto: DGB Unterfranken

Schweinfurt. Zufrieden kann der neue DGB Kreisvorsitzende Martin Schmidl auf den 1. Mai zurückblicken. Mit der Abgabe des Amtes des DGB Kreisvorsitzenden im Juni 2017 hat Frank Firsching auch die Federführung für die Planung und Durchführung des ersten Mais in Schweinfurt an seinen Nachfolger übergeben.

Da sich das neue Platz Konzept schon im Jahr 2017 bewährt hat, stand auch in diesem Jahr die Bühne wieder auf der Längsseite des Georg-Wichtermann-Platzes, während die Infostände den Platz einrahmten. Trotz des frischen Windes am Vormittag füllte sich der Platz schnell mit rund 750 Teilnehmer_innen, die bei anhaltend besser werdendem Wetter und guter Stimmung den Redner_Innen zuhörten.

Der 1. Mai stand dieses Jahr unter dem Motto Vielfalt, Solidarität und Gerechtigkeit. Martin Schmidl erteilte der rechtspopulistischen Politik der AFD in seiner Begrüßung eine klare Absage. Eine Partei die für Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Ungleichheit steht ist mit unseren Werten nicht Zu vereinbaren. Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Rechtspopulisten unsere Gesellschaft spalten. Unsere Antwort darauf muss Respekt und Solidarität sein, denn der DGB steht ganz klar für Antifaschismus und stellt sich gegen jede Form des Antisemitismus.

Foto: DGB Unterfranken

Der Vorsitzende des SKF Konzernbetriebsrats, Norbert Völkl, richtete den Blick auf die heimische Industrie. Die voranschreitende Digitalisierung werde auch in Schweinfurt Arbeitsplätze kosten. Hier ginge es jetzt darum, sich rechtzeitig dagegen in Stellung zu bringen. Daher rief er die Betriebsräte aller Schweinfurter Unternehmen zur Zusammenarbeit auf. Von den „Managern“ fordert er ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Schweinfurt. Den SKF Sparplan nannte Völkl ein Skandal, denn trotz bester Quartalergebnisse habe SKF Sparmaßnahmen angeordnet und „tiefe Einschnitte“ angekündigt. Und er kündigte an, dass wer an den Einkommen der Beschäftigten rüttele ein Erdbeben ernten würde. Den größten Jubel erntete Völkl für den Seitenhieb auf Ministerpräsident Markus Söder und dessen Kreuzerlass: Wer Kreuze aufhängen lasse, solle es Jesus gleichtun und nicht „dem Kapital“ dienen, sondern sich für die Armen und Schwachen in der Gesellschaft einsetzen.

Foto: DGB Unterfranken

Foto: Schweinfurt ist bunt

  „Wir brauchen in der Pflege mehr Personal“ forderte Marietta Eder von ver.di, denn der Alltag von Pflegekräften sei durch Arbeitsverdichtung und hohe psychische Belastung geprägt. Die von der Bundesregierung angekündigten 8000 zusätzlichen Pflegestellen reichen bei 13.000 Einrichtungen in Deutschland bei weitem nicht aus. Auch die Staatsregierung, ihrer Verpflichtung nicht nach. „Man könne bei der Landtagswahl deshalb nur Parteien unterstützen die dieses Thema ernst nehmen“ sagte Eder.

 

Foto: DGB Unterfranken

Auch die Jugend war in diesem Jahr mit einer Jugendrede vertreten. Mit einem kleinen Rollenspiel machte die DGB-Jugend auf ihre Forderung aufmerksam. Kerstin Achtmann machte in ihrer Rede deutlich wie wichtig Bildung für junge Menschen ist und das es auch in Bayern die Möglichkeit geben muss, sich für Bildungsangebote bezahlt von der Arbeit freistellen zu lassen. Ihre Forderung zehn Tage Bildungsfreistellung pro Jahr für alle Beschäftigten inklusive der Auszubildenden in Bayern. Außerdem kritisiert sie, dass ich Auszubildende immer weniger eine eigene Wohnung leisten können, denn Eigenes Leben braucht eigenes Wohnen. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die Stadt Schweinfurt, die einen Teil der amerikanischen Liegenschaften, der für Sozialwohnungsbau vorgesehen sei an private Investoren verkauft habe.

 

Foto: DGB Unterfranken

Traditionell wurde auch in diesem Jahr die Kundgebung mit dem Lied „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“ beendet. Zusammen mit Dr. Herbert Wiener sangen Gewerkschaftsvertreter_Innen und Nachwuchsfunktionäre_Innen das Lied auf der Bühne.

Foto: DGB Unterfranken

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