Deutscher Gewerkschaftsbund

14.10.2016
IG Metall Schweinfurt ehrte 414 Jubilare im Konferenzzentrum

„Vor uns war Elend – mit uns ist Wohlstand“

IG Metall Schweinfurt

Thomas Höhn, 2. Bevollmächtigter der Schweinfurter IG Metall, konnte seine Ergriffenheit während seiner Begrüßung an der Jubilar-Ehrung der Metall-Gewerkschaft für die Region Schweinfurt/ Main- Rhön nicht verbergen. Im würdigen Ambiente des großen Saals des Konferenzzentrums hieß Höhn stolz 414 IG Metall- Mitglieder willkommen, die für 40-, 50-, 60- und gar 70jährige Treue ausgezeichnet wurden. Er errechnete eine gesamte Mitgliederzeit von 18 950 Jahren.

Nach einer Runde Kaffee und Kuchen bei den Klängen der Schweinfurter Seniorenband sprach der 1. Bevollmächtigte Peter Kippes mit ausgewählten Jubilaren über ihre Erfahrungen. Unter ihnen waren der jetzige Schaeffler- Betriebsratsvorsitzende Norbert Lenhard (Eintritt 1976) und der ehemalige SKF- Betriebsratsvorsitzende Ernst Lang (Eintritt 1956). Die Frage von Peter Kippes ob die Gewerkschaftsmitgliedschaft denn in den früheren Zeiten ganz automatisch bei der Einstellung erfolgte, verneinten beide. Norbert Lenhard erzählte, als er zu Ausbildungsbeginn von sich aus in die IG Metall eintreten wollte, wurde er vom Betriebsrat belehrt, er solle erst einmal die Probezeit hinter sich bringen und später wieder kommen. Ernst Lang berichtete über die lange Phase des Organisationsaufbaus der IG Metall bei SKF. Nach dem missglückten Bayern-Streik 1954 hätten die „Andersgläubigen“ fast zwei Jahrzehnte lang die Mehrheit im Betriebsrat gestellt. Nur durch eine gemeinsame Aufbauarbeit im Betrieb sei es innerhalb von drei Jahrzehnten gelungen die IG Metall zum mächtigen Interessenvertreter bei SKF zu entwickeln. Lang betonte dabei die enorme Wichtigkeit des Zusammenhalts der Belegschaft, die nur in einer Gewerkschaft als aktive Gestaltungsmacht zu verwirklichen sei.

Den Ball nahm Festredner Frank Firsching, seines Zeichens DGB Regionsgeschäftsführer Unterfranken, gerne auf. In den Mittelpunkt seiner Rede stellte Firsching „die Werte und Überzeugungen die uns verbinden“. Dabei definierte Firsching die Begriffe Solidarität, Gerechtigkeit, Demokratie und die diskriminierungsfreie Gleichheit, zu der sich der DGB vollumfänglich bekenne: „Denn unsere Tarifverträge kennen keine Bezahlung nach Nationalität, Geschlecht, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. Unsere Tarifverträge bewerten die Arbeit die geleistet wird, gleich von wem sie erbracht wird.“ Mit Blick auf die erreichten Erfolge der 150jährigen deutschen Gewerkschaftsgeschichte sagte der DGB-Regionschef unter großem Applaus: „Vor uns war Elend – mit uns ist Wohlstand“.


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