Deutscher Gewerkschaftsbund

06.07.2017
„Heute ist keine Arbeitstag – heute ist Streiktag“

ver.di Streiktag in Schweinfurt für 1 Euro/ Stunde mehr

Foto: Frank Firsching

Schweinfurt. „Heute ist keine Arbeitstag – heute ist Streiktag“ rufen 250 meist weibliche Kehlen lauthals, als sie in einem langen Zug durch Schweinfurt ziehen. Die Stimmung ist wie das Wetter: prächtig! Prächtig sind die Löhne allerdings nicht. Das ist das Problem.

Die Tarifrunde im Einzelhandel steckt fest, weil sich die Arbeitgeber nicht bewegen, sagt Peter König zuständiger ver.di- Sekretär und Streikleiter. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeberseite liege unter der Preissteigerungsrate und sei damit inakzeptabel. Das sehen die Streikenden ebenso. Unüberhörbar ihr Protest im bunten Demonstrationszug durch die Schweinfurter Innenstadt.

 

Foto: Frank Firsching

Schon um 8 Uhr trafen sich die Streikenden aus den Handelsbetrieben Marktkauf. Kaufland, H & M und Esprit aus der Region Mainfranken zum Streikfrühstück im Café Sax an der Kunsthalle. Ziel der anschließenden Demonstration war dann der Roßmarkt, wo die Kundgebung vor dem Verkaufshaus von H & M stattfand. Auf dem Weg dorthin stoppte die Demo kurz vor den Handelsketten Woolworth und Wöhrl. Der Grund: Beide Unternehmen weigern sich den ver.di- Tarifvertrag anzuwenden. Die Folge: Noch geringere Löhne als ohnehin im Handel üblich. Das prangerte Peter König unter großem Beifall an den Standorten der beiden Handelsketten vehement an. Mit Vehemenz ging es nahtlos weiter. Mit Sprechgesängen und la-Ola- Wellen verbreiteten die Kolleginnen und Kollegen einen durchweg positiven Eindruck von Gewerkschaftsarbeit, trotz ernstem Hintergrund.

Der unterfränkische DGB Chef Frank Firsching legte mit seiner Ansprache nach und sorgte mehrfach für Beifallsstürme. Zum Beispiel als er die Politik aufforderte den ver.di- Tarifvertrag im Handel endlich für Allgemeinverbindlich zu erklären, damit die Lohndrückerei im Handel eine Grenze gesetzt werde. Oder als er den CDU- Generalsekretär Tauber für seine Aussage kritisierte, der einer Frage auf Twitter wie folgt beantwortete „Wenn sie etwas Ordentliches gelernt haben, brauchen sie keine drei Minijobs.“ Firsching dazu: „Ich empfehle allen Politiker und deren Parteien nicht zu wählen, die der Lebenswirklichkeit völlig entrückt sind. Und Herr Tauber steht auf dieser Liste ganz oben.“

Die dritte Verhandlungsrunde im bayerischen Einzelhandel findet morgen am Freitag, den 07.07.2017 in München statt. Wir drücken unseren Kollegen und Kolleginnen die Daumen und hoffen, dass sie Arbeitgeber ein Einsehen haben!

 


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