Deutscher Gewerkschaftsbund

13.02.2017
Keine betriebsbedingen Kündigungen. Standort Schweinfurt wird gestärkt.

Schaeffler Elfershausen: Einigung um die Schließung des Standortes

In den Verhandlungen um die Schließung des Werkes Elfershausen haben IG Metall und Betriebsrat mit dem Arbeitgeber eine weitreichende Einigung erzielt.

Wie befürchtet, konnte die Schließung des Werkes nicht abgewendet werden. Trotzdem konnte die Arbeitnehmervertretung wichtige Kernforderungen durchsetzen. So sagt die Schaeffler AG zu, dass es auf Grundlage der vereinbarten Maßnahmen, keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Stattdessen wird allen "Elfershäusern" eine Weiterbeschäftigung in Schweinfurt angeboten.  

Das wird möglich, weil - anders als ursprünglich geplant - deutlich mehr Produkte aus Elfershausen zukünftig in Schweinfurt gefertigt werden. Zusätzlich konnten IG Metall und Betriebsrat erreichen, dass der Konzern in Schweinfurt zusätzliches Fertigungsvolumen ansiedelt. Insgesamt werden so 180 Arbeitsplätze geschaffen. Weiterhin wurden für beide Standorte großzügige Altersteilzeit- und Abfindungsmöglichkeiten ausgehandelt. 

Ein für das Verhandlungsteam wichtiger Baustein war in den Gesprächen die Stärkung des Standortes Schweinfurt. „Es wird neben den neuen Produkten und Projekten auch die Ausbildungswerkstatt wieder ins Werk integriert und Kompetenzen im Bereich Industrie 4.0 entwickelt." Norbert Lenhard, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Schaeffler, sagt: „Die Schließung des Standortes Elfershausen ist sehr bitter. Aber wir sind froh, dass wir den Beschäftigten eine Perspektive geben können und es auch gelungen ist den Standort Schweinfurt für die Zukunft zu stärken."

Die Belegschaft in Elfershausen wurde bereits in einer Betriebsversammlung über das Verhandlungsergebnis informiert. Der Gang vor die Belegschaft fiel dem Betriebsrats-vorsitzenden Michael Walther nicht leicht: „Den Beschäftigten sagen zu müssen, dass die Werksschließung jetzt tatsächlich kommt, war hart, aber ich bin auf der anderen Seite auch froh, dass wir es geschafft haben, dass alle die wollen, weiter einen Job haben."

„Die Beschäftigten haben sich in beeindruckender Art und Weiße für Ihre Interessen eingesetzt" blickt Thomas Höhn, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Schweinfurt und Mitglied des Verhandlungsteams, auf die Verhandlungen zurück. „Wir brauchen auch in Zukunft so viele Tarifarbeitsplätze wie möglich in der Region. Das Ergebnis zeigt, dass es sich lohnt für seine Belange einzustehen“. Auch wenn die Stimmung gedrückt war, gab es viel Applaus und Lob für das Verhandlungsteam.

Mit dem Wechsel nach Schweinfurt kehren die Beschäftigten aus Elfershausen in den Tarifvertrag zurück. Statt 40 Stunden ohne Lohnausgleich, arbeiten sie künftig die tariflich vereinbarten 35 Stunden. Das heißt, sie arbeiten künftig fünf Stunden weniger als zuletzt, erhalten aber genauso viel Geld.


Nach oben