Deutscher Gewerkschaftsbund

05.09.2017
Kreisverband Schweinfurt

Antikriegstag: Gewinne der Rüstungsindustrie sind „Blutgeld“

DGB Kreisverband Schweinfurt

Schweinfurt. Klartext sprach an der traditionellen Antikriegstagskundgebung von DGB und Friedensratschlag der DFG- VK Bundesvorsitzende Jürgen Grässlin. Sein Thema waren die Waffenexporte der deutschen Rüstungsindustrie, deren Gewinne Grässlin als „Blutgeld“ bezeichnete. Seine engagierte, mit Nachdruck gehaltene Rede riss die gut 100 Zuhörer immer wieder zu kräftigem Applaus hin.

Der 64jährige, der in den vergangenen Jahren den Aachener und den Stuttgarter Friedenspreis erhielt, kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Vizekanzler Sigmar Gabriel scharf, für die steigenden Waffenexporte der Bundesrepublik, die beispielsweise im Nahen Osten über verschiedene Kanäle letztlich bei den Terroristen des Islamischen Staates landeten. Durch die Waffenexportpolitik und ihre kriegerischen Interventionspolitik sei die Bundesregierung mitverantwortlich für weltweiten Fluchtbewegungen. Sie schaffe die Fluchtursachen selber, die sie bekämpfen sollte, so sei die Bundeswehr aktuell an 17 militärischen Interventionen beteiligt. Sorgen mache ihm die Forderung des US- Präsidenten Trump, die die weltweite Aufrüstung in allen Nato- Staaten zum Inhalt hat. Gehe es nach ihm, müsse Deutschland seine Rüstungsausgaben auf 70 Milliarden Euro verdoppeln. Bayern bezeichnete Grässlin in diesem Zusammenhang als „Rüstungs- Musterländle“, das mit der Produktion von Rüstungsgütern deutschlandweit die Nummer eins aller Bundesländer sei. Eine trauruge Spitzenposition.  Das „tödlichste Unternehmen“ komme aber aus Baden- Würrtemberg, nämlich Heckler & Koch. Denn aus den Läufen der Handfeuerwaffen dieser Firma seinen inzwischen zwei Millionen Menschen getötet worden, alle 14 Minuten sterbe ein Mensch durch die Kugeln der Gewehre von Heckler & Koch – eine Schande. Sollte das Unternehmen seine Drohung wahrmachen und ihn wegen der Verbreitung dieser Zahlen anzeigen, so freue er sich auf den Prozess. Er werde ihn nutzen und das Gerichtsverfahren zu einem Plädoyer gegen die Rüstungsindustrie machen. So brandete am Ende seiner 30minütigen Rede großer Applaus auf, als Grässlin den Stopp aller Rüstungsexporte forderte, auch weil 83 Prozent der Deutschen Rüstungsexporte ablehnten.

 

DGB Kreisverband Schweinfurt

Zuvor begrüßte DGB Kreisvorsitzender Martin Schmidl die Kundgebungsteilnehmer, unter denen sich die Linken- Stadträte Sinan Öztürk und Frank Firsching, SPD-Stadtrat Joachim Schmidl und die stellvertretende ver.di- Geschäftsführerin Marietta Eder befanden. Der frisch gekürte DGB Kreisvorsitzende Schweinfurts, Schmidl erinnerte an den Grund am 1. September den Antikriegstag zu begehen. Denn am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg mit dem Überfall Deutschlands auf Polen. In Erinnerung und Mahnung an den Nationalsozialismus und den Weltkriegen rief er die Losung des DGB für diesen Tag in die Zuhörerschaft: „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“

Das Programm wurde durch grandiosen Gedichtvortrag von Schauspieler Peter Hub und Friedenslieder des Gitarristen Utz Dorband auf dem Georg- Wichtermann- Platz stimmig abgerundet.

 

DGB Kreisverband Schweinfurt

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