Deutscher Gewerkschaftsbund

01.02.2017
Organisierter Streikbruch

Die Mainpost Medien GmbH gerät unter Druck

Die Belegschaft vom Obermain-Tagblatt kämpft munter und einfallsreich für ihre Forderungen. Es werden Videos gedreht, Fotoaktionen geplant, man trifft sich mit Vereinsvertretern, spricht mit Bürgermeistern, verabredet Termine, es gibt Unterschriftensammlungen, eine Internetseite wurde erstellt und auf Facebook hat man in nicht einmal drei Monaten über 1.000 Likes auf einer eigens eingerichtete Kampagnenseite eingesammelt.

Die Belegschaft vom Obermain-Tagblatt kämpft munter und einfallsreich für ihre Forderungen. Es werden Videos gedreht, Fotoaktionen geplant, man trifft sich mit Vereinsvertretern, spricht mit Bürgermeistern, verabredet Termine, es gibt Unterschriftensammlungen, eine Internetseite wurde erstellt und auf Facebook hat man in nicht einmal drei Monaten über 1.000 Likes auf einer eigens eingerichtete Kampagnenseite eingesammelt. Foto: "Die Wertschätzer"

Würzburg. Die Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag beim Lichtenfelser Obermain-Tagblatt zieht weite Kreise. Inzwischen unterstützen Abgeordnete, Bürgermeister, Blasmusiker, Kleintierzüchter, Künstler, Sportler und eine große Anzahl regionaler Organisationen die Belegschaft der oberfränkischen Lokalzeitung, die seit Wochen für gerechte Löhne und eine lesernahe Zukunft des Blattes auf Achse ist. Dabei gerät die Würzburger Mainpost Medien GmbH zusehends unter Druck. Die Eigentümerin des Obermain-Tagblatts arbeitet gegen eine rasche Einigung mit der Belegschaft und muss sich eine „provokante Verhandlungsführung“ vorwerfen lassen.

Statt auf Einigung, setzt der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Presseagentur (dpa), David Brandstätter, auf Streikbruch. Die Mainpost Medien GmbH, die Brandstätter von Würzburg aus lenkt, kauft die Inhalte für die Lokalredaktion des Obermain-Tagblatts in Streikzeiten bei der Konkurrenz von der Mediengruppe Oberfranken ein. Was sich anhört wie eine Episode aus dem vergangenen Jahrhundert hat Methode: Dem Ausstand der Beschäftigten in Lichtenfels soll der Wind aus den Segeln genommen werden. Die Aktionen sollen ins Leere laufen.

Bisher geht diese Rechnung nicht auf. Im Gegenteil: Die Belegschaft vom Obermain-Tagblatt kämpft munter und einfallsreich für ihre Forderungen. Es werden Videos gedreht, Fotoaktionen geplant, man trifft sich mit Vereinsvertretern, spricht mit Bürgermeistern, verabredet Termine, es gibt Unterschriftensammlungen, eine Internetseite wurde erstellt und auf Facebook hat man in nicht einmal drei Monaten über 1.000 Likes auf einer eigens eingerichtete Kampagnenseite eingesammelt.

Der Belegschaft, die von der Gewerkschaft ver.di und dem Deutschen Journalistenverband (djv) unterstützt wird, geht es um mehr als faire Löhne. „Es geht um den Erhalt einer Zeitung, die ihre Leser und Mitarbeiter wertschätzt. Um einen Arbeitgeber, der Teilhabe zulässt“, sagt Obermain-Tagblatt Betriebsratsvorsitzender Till Mayer. Die Würzburger Main-Post hat das Lichtenfelser Obermain-Tagblatt 2012 gekauft und die Mannschaft der Zeitung schrumpfte seitdem von 56 auf 22 Mitarbeiter. Trotz ordentlicher Unternehmensgewinne haben viele der Beschäftigten seit fast zehn Jahren keine Lohnerhöhung mehr bekommen.

Bernd Bauer (rechts), Fachbereichssekretär der Gewerkschaft ver.di, sagt am Rande der Demo: „Mit unseren Warnstreiks, den 'Wertschätzer'-Aktivitäten in den sozialen Netzwerken und mit unseren Gallierauftritten soll die Geschäftsleitung zum Überdenken ihrer provokanten Verhandlungsführung gebracht werden. Wir wollen konstruktive Gespräche!“

Bernd Bauer (rechts), Fachbereichssekretär der Gewerkschaft ver.di, sagt am Rande der Demo: „Mit unseren Warnstreiks, den 'Wertschätzer'-Aktivitäten in den sozialen Netzwerken und mit unseren Gallierauftritten soll die Geschäftsleitung zum Überdenken ihrer provokanten Verhandlungsführung gebracht werden. Wir wollen konstruktive Gespräche!“ Foto: "Die Wertschätzer"

Warum die Kampagne nun unter dem Stichwort Wertschätzung läuft, begründet Till Mayer so: „Die Wertschätzer haben wir bewusst gewählt. Weil wir für die Menschen unserer Heimat als Zeitungsmacher Wertschätzer sein wollen. Bei unseren Berichten über das Vereinsleben, die Kommunalpolitik oder den 80. Geburtstag. Weil wir gerne außergewöhnliche Geschichten über Menschen erzählen. Natürlich gehört Kritik dazu. Doch Wertschätzer bleiben fair.“

Vergangene Woche waren die „Wertschätzer“ in obligatorischer Gallier-Montur in Würzburg auf der Straße: "In Würzburg sitzen die Cesaren, die darüber entscheiden, ob wir mehr Sesterzen bekommen, oder nicht“, schreiben die „Wertschätzer“ auf Facebook. Bernd Bauer, Fachbereichssekretär der Gewerkschaft ver.di, sagt am Rande der Demo: „Mit unseren Warnstreiks, den 'Wertschätzer'-Aktivitäten in den sozialen Netzwerken und mit unseren Gallierauftritten soll die Geschäftsleitung zum Überdenken ihrer provokanten Verhandlungsführung gebracht werden. Wir wollen konstruktive Gespräche!“ Das Mutterhaus feiere jährlich Umsatzrekorde, aber die Mitarbeiter bei der Tochter hätten seit fast zehn Jahren keine Gehaltserhöhung mehr bekommen, die Arbeit werde durch massiven Stellenabbau verdichtet, leitenden Funktionen dagegen erhöht, so Bauer. „Das zu verstehen, hilft auch kein Zaubertrank“, meint der Gewerkschafter.

Informationen im Internet:

www.die-wertschaetzer.info

Die Kampagnenseite der Wertschätzer auf Facebook:

https://www.facebook.com/diewertschaetzer

 

Vergangene Woche waren die „Wertschätzer“ in obligatorischer Gallier-Montur in Würzburg auf der Straße: "In Würzburg sitzen die Cesaren, die darüber entscheiden, ob wir mehr Sesterzen bekommen, oder nicht“, schreiben die „Wertschätzer“ auf Facebook.

Vergangene Woche waren die „Wertschätzer“ in obligatorischer Gallier-Montur in Würzburg auf der Straße: "In Würzburg sitzen die Cesaren, die darüber entscheiden, ob wir mehr Sesterzen bekommen, oder nicht“, schreiben die „Wertschätzer“ auf Facebook. Foto: "Die Wertschätzer"

 Die Belegschaft vom Obermain-Tagblatt kämpft munter und einfallsreich für ihre Forderungen. Es werden Videos gedreht, Fotoaktionen geplant, man trifft sich mit Vereinsvertretern, spricht mit Bürgermeistern, verabredet Termine, es gibt Unterschriftensammlungen, eine Internetseite wurde erstellt und auf Facebook hat man in nicht einmal drei Monaten über 1.000 Likes auf einer eigens eingerichtete Kampagnenseite eingesammelt.

Die Belegschaft vom Obermain-Tagblatt kämpft munter und einfallsreich für ihre Forderungen. Es werden Videos gedreht, Fotoaktionen geplant, man trifft sich mit Vereinsvertretern, spricht mit Bürgermeistern, verabredet Termine, es gibt Unterschriftensammlungen, eine Internetseite wurde erstellt und auf Facebook hat man in nicht einmal drei Monaten über 1.000 Likes auf einer eigens eingerichtete Kampagnenseite eingesammelt. Foto: "Die Wertschätzer"

Der Belegschaft, die von der Gewerkschaft ver.di und dem Deutschen Journalistenverband (djv) unterstützt wird, geht es um mehr als faire Löhne. „Es geht um den Erhalt einer Zeitung, die ihre Leser und Mitarbeiter wertschätzt. Um einen Arbeitgeber, der Teilhabe zulässt“, sagt Obermain-Tagblatt Betriebsratsvorsitzender Till Mayer.

Der Belegschaft, die von der Gewerkschaft ver.di und dem Deutschen Journalistenverband (djv) unterstützt wird, geht es um mehr als faire Löhne. „Es geht um den Erhalt einer Zeitung, die ihre Leser und Mitarbeiter wertschätzt. Um einen Arbeitgeber, der Teilhabe zulässt“, sagt Obermain-Tagblatt Betriebsratsvorsitzender Till Mayer. Foto: "Die Wertschätzer"

Vergangene Woche waren die „Wertschätzer“ in obligatorischer Gallier-Montur in Würzburg auf der Straße. Unterstützt wurden Sie von DGB Gewerkschaftern von ver.di, der IG Metall, der EVG und der IG BAU aus Würzburg.

Vergangene Woche waren die „Wertschätzer“ in obligatorischer Gallier-Montur in Würzburg auf der Straße. Unterstützt wurden Sie von DGB Gewerkschaftern von ver.di, der IG Metall, der EVG und der IG BAU aus Würzburg. Foto: "Die Wertschätzer"


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