Deutscher Gewerkschaftsbund

18.11.2016

„Der 1.Weltkrieg und seine Auswirkungen auf Schweinfurt“: Ausstellung im Heimatmuseum Poppenlauer

von links: Aribert Elpelt, Anna Schlechter, Bernard Bruckbauer, Herbert Gessner

von links: Andreas Weber, Anna Schlechter, Bernard Bruckbauer, Herbert Gessner DGB Ortsverband Maßbach-Poppenlauer

Das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 löste den 1. Weltkrieg aus. Über 100 Jahre ist das seit diesem Jahr her. „Der 1.Weltkrieg und seine Auswirkungen auf Schweinfurt“ heißt eine Ausstellung, die am Sonntag, 13. November 2016 zu den Öffnungszeiten von 14 Uhr bis 18 Uhr in den Räumlichkeiten des Museums zu sehen war. Bei freiem Eintritt.

Die Ausstellung wurde von IG Metall-Betriebsräten und Vertrauensleuten der Firma Schaeffler zusammengestellt. Die Organisation und Präsentation vor Ort führte der DGB Ortsverband Maßbach-Poppenlauer durch. Herbert Gessner, DGB Ortsvorsitzender Maßbach-Poppenlauer, eröffnete diese Ausstellung. „Die Gewerkschaften im DGB sind natürlich gegen den Krieg“, so Herbert Geßner,  „Im Krieg geht es um Rohstoffe, Gebietsansprüche oder religiöse Konflikte. Im Krieg kämpfen Arbeitnehmer gegen Arbeitnehmer. Dabei will doch eigentlich jeder in Ruhe leben und arbeiten.“

Vier Jahre lang seien im 1. Weltkrieg vor allem in Europa die damals modernsten Waffen zum Einsatz gekommen. Mörderische Schlachten habe es gegeben. Alleine Bayern stellte 1,4 Millionen Soldaten. 200.000 davon sind gefallen. 57.000 Menschen in Deutschland verhungerten. „Verheerende Fehler dürfen nicht noch mal passieren. Alle Arbeit an der Aufklärung lohnt sich, wenn wir das Feingefühl dafür schaffen, was Propaganda vorgaukeln kann“, sagte Aribert Elpelt, Betriebsrat bei Schaeffler Techn. und Klaus Hofmann, ehemaliger Betriebsrat bei Schaeffler Techn. und Sprecher der „Initiative gegen das Vergessen“, die den Kriegsausbruch in einer kleinen Ausstellung aufbereiteten. Und er fragte: „Wie würden wir heute agieren, wenn wir das Geschehen von 1914 auf 2014 übertragen?“


„Aus den 20`er Jahren gibt es noch eine gegossene Gedenktafel für die gefallenen FAG Mitarbeiter des 1. Weltkriegs“, so Aribert Elpelt. “Die Schweinfurter Industrie hat in diesen Jahren kräftig am Krieg verdient, Granaten und vieles mehr hergestellt“. Während die Männer an die Front zogen, wurden die freiwerdenden Arbeitsplätze mit Frauen besetzt. Sie übernahmen die unterschiedlichsten Tätigkeiten. Viele Zivilpersonen mussten Hunger erleiden oder waren an den Folgen von Mangelerscheinungen zu Tode gekommen. Immer häufiger gingen Menschen für die Beendigung des Krieges auf die Straße. Für Aribert Elpelt und Klaus Hofmann, beide mit Leib und Seele Gewerkschafter, ist der Jahrestag ein Anlass auch heute noch nein zu Hunger und Tod und nein zum Krieg zu sagen.

Aus Materialien und Fotos vom Stadtarchiv, dem Kulturamt Schweinfurt, dem FAG Werksarchiv und mit Unterstützung von Privatpersonen und der IG Metall haben die beiden zusammen mit dem DGB eine sehr informative und interessante Ausstellung zusammengestellt die Anstöße zum Nachdenken gibt.

Weil ständig Männer für das Kriegsgeschehen gebraucht wurden, mussten die Frauen in Schweinfurt die Arbeit in den Fabriken übernehmen. Das zeigt auch die Ausstellung. Zudem Plakate, auf denen „Spare Seife“ stand, denn die brauchte man damals an der Front. Sparkochbücher gab es damals, eine Hungerküche im Rathausinnenhof.

 

"cht allein das ABC bringt den Menschen in die Höh"

"Nicht allein das ABC bringt den Menschen in die Höh" DGB Ortsverband Maßbach-Poppenlauer


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