Deutscher Gewerkschaftsbund

12.09.2018
Begegnung mit Zeitzeugen

Die letzten Kriegswochen und Monate im Sinngrund

DGB Kreisverband Main-Spessart

Foto: Martin Möllmann

Rieneck: Der DGB Kreisverband Main-Spessart hatte am 05.09.2018 in Rieneck mit Hildegard Krämer und Elfriede Meyer aus Mittelsinn und Hubert Fassnacht aus Rieneck nach 73 Friedensjahren über die letzten Tage und Wochen im April 1945 berichtet. 

Zuvor hatte man sich an der Gedenktafel/Kriegerdenkmal verabredet, um der Opfer zweier Weltkriege und des Nationalsozialismus zu gedenken. Norbert Ball vom DGB Kreisverband begrüßte die Kolleginnen und Kollegen und die Mitglieder des Landtages Kerstin Celina vom Bündnis 90/Die Grünen, den Direktkandidaten für den Landtag Gregor Münch und Georg Rosenthal von der SPD, sowie den Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Kreistag Gerhard Kraft, den Bürgermeister der Stadt Rieneck Wolfgang Küber und Christian Gutermuth, Vorsitzender des Ortsvereins Sinngrund. 

Norbert Ball erinnerte, dass seit dem 01.09.1946 der Weltfriedenstag in Ostdeutschland und seit 1957 der Antikriegstag des DGB an die Zeit des Grauens und des Leids der beiden Weltkriege erinnert. 

Rudolf Dill aus Obersinn vom Arbeitskreis Leo Weismantel zitierte aus „Tote klagen über eine Stadt“, geschrieben kurz nach der Bombardierung der Stadt Würzburg. Anschließend zitierte Wolfgang Tröster aus Kurt Tucholskys Werk „Der Graben“.

Am Gedenkstein, der für fünf erschossenen sowjetischen Kriegsgefangenen am 29.03.2015 errichtet wurde, berichtet Wolfgang Küber über die Hintergründe zu dessen Aufstellung. Norbert Ball begrüßte hier, die Mitglieder des Bundestages Bernd Rützel und Fritz Felgentreu und Sven Gottschalk, Landtagskandidat der SPD. Alle Anwesenden waren sich einig in der Auffassung, dass sich diese Grausamkeiten nicht wiederholen dürfen. 

Wolfgang Küber und Wolfgang Tröster trugen kurze Erzählungen und Gedichte vor.

Im Gasthaus „Zum Löwen“ tauschte man persönliche Erinnerung an diese Zeit aus. Eine Geschichte war spannender als die andere. Hildegard Krämer hat viele Erlebnisse im Buch „Mittelsinn im Sinngrund“ mit Daten und Fakten der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger dokumentiert. „Wir danken den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für die spannenden

Erlebnisse. Die Darstellung, dass Passagierschiffe mit geflüchteten Jüdinnen und Juden nicht im Hafen anlegen durften, ist für mich hochaktuell, wenn ich an die Hilfsorganisationen im Mittelmeer denke“, so Norbert Ball abschließend.

 


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