Deutscher Gewerkschaftsbund

21.12.2017
DGB- Chef Firsching zum Jahreswechsel:

„Wir haben Antworten auf die Fragen der Zeit!“

DGB- Chef Firsching zum Jahreswechsel: „Wir haben Antworten auf die Fragen der Zeit!“

DGB- Chef Firsching zum Jahreswechsel: „Wir haben Antworten auf die Fragen der Zeit!“ DGB Unterfranken

Unterfranken. Das Jahr 2017 neigt sich seinem Ende. Was hat es aus Sicht der DGB Region Unterfranken gebracht? Und worin liegen die Aufgaben für das nächste Jahr oder die nächsten Jahre. DGB Regionsgeschäftsführer Frank Firsching versucht sich an einer Antwort:

In den letzten Tagen sind mir zwei Zeitungsüberschriften aufgefallen, die im Zusammenwirken ausdrücken, was viele Menschen gewaltig stört. Am 13. Dezember titelte die Süddeutsche Zeitung „Die Gehälter stagnieren“, zwei Tage später schrieb der Tagesspeigel „Den Reichen geht es immer besser“. Ja, es stimmt. Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse in Deutschland verschieben sich zu Gunsten der Oberen in unserer Gesellschaft. Darunter aber verschiebt sich mindestens ebenso viel, weshalb in der schnelllebigen heutigen Zeit Durchschnittsbetrachtungen zur Beschreibung der Lage der Menschen in unserer Gesellschaft nicht ausreichen. Ja, die Arbeitslosigkeit ist deutlich gesunken, die Erwerbstätigkeit gestiegen. Ja, auch die Renten haben von der positiven Gehaltswicklung in den letzten Jahren profitiert und sind wieder gestiegen. Doch es macht einen Unterschied, ob ich in einem tarifgebundenen, mitbestimmten und tariftreuen Unternehmen der Industrie beschäftigt bin, oder in einem befristeten Job bei einem Unternehmen in der Logistikbranche stecke, das sich nicht um den Tariflohn schert. Es macht einen Unterschied ob ich zu meiner gesetzlichen Rente noch eine Betriebsrente erhalte, die dafür sorgt, dass ich meinen Lebensstandard im Alter halten kann, oder ob ich auf eine karge Rente aufgrund einer unterbrochenen Erwerbsbiografie in Höhe der Grundsicherung angewiesen bin. Diese Beispiele ließen sich endlos aneinanderreihen. Es zeigt sich die Diversität des Lebens in unserer Gesellschaft. Platte Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Arbeitgebervertreten wie „Uns ging es nie so gut“ oder „Deutschland geht es gut“ verkennen die Unterschiedlichkeiten der Lebenswirklichkeiten in unserem Land. Ein Grund, warum sich viele Menschen enttäuscht von der Politik ab- oder dem Rechtspopulismus zuwenden. Nein, Politik ist nicht einfach. Einfache Lösungen gibt es kaum. Eben weil die Lebenswirklichkeiten so unterschiedlich geworden sind. Dennoch ist es möglich durch gezielte Maßnahmen das Leben von zig Millionen Beschäftigten zu verbessern, die im Niedriglohnbereich arbeiten, zum Beispiel mit Allgemeinverbindlichkeitserklärungen von Tarifverträgen. Oder die Situation von Leiharbeitern grundsätzlich besser zu gestalten, in dem das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ endlich umgesetzt wird. Auch diese Beispiele ließen sich weiter fortsetzen. Nachzulesen im Anforderungsprogramm des DGB zur vergangenen Bundestagswahl. Für diese gezielten Vorschläge des DGB politische Mehrheiten zu finden ist die große Aufgabe der Gewerkschaften für die nächste Legislaturperiode, gleich unter welcher Regierungskoalition. Ja, wir haben Antworten auf drängende Fragen der Zeit.

Klar haben wir auch 2017 für unsere Positionen gekämpft. Für Solidarität in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft. Ich denke dabei an die vielfältigen Aktionen unserer DGB Kreisverbände im Rahmen der DGB- Rentenkampagne. Oder an unsere Veranstaltungsreihe „Der Heiße Stuhl des DGB zur Bundestagswahl“. Am 1.Mai haben wir unter dem Motto „Wir sind viele. Wir sind eins.“ unsere Anforderungen an die Politik formuliert. Wir wissen aber auch: Politische Mühlen mahlen langsam. Wir brauchen einen langen Atem um die gesetzliche Rente zu verbessern, um die paritätische Finanzierung der Sozialbeiträge wieder herzustellen, um „Gute Arbeit“ möglichst flächendeckend durchzusetzen. Daran arbeiten wir gemeinsam im DGB, auch in Unterfranken. Tausende Gewerkschaftsmitglieder, Vertrauensleute, Betriebs- und Personalräte/innen setzen sich täglich in unserer Region für die Beschäftigten ein. Acht DGB- Mitgliedsgewerkschaften streiten für gute Tarifverträge, Arbeitsplatzsicherheit in den Unternehmen und unterstützen die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben. Gemeinsam im DGB setzen wir politisch uns für die Menschen ein. Damit es besser wird – für alle!

Ich bedanke mich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die in hauptamtlicher oder ehrenamtlicher Funktion mitarbeiten, um den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften zu unterstützen. Denn klar ist auch: Gewerkschaftliche Stärke ist die Voraussetzung zur Durchsetzung unserer Ideen einer solidarischen Gesellschaft, die nicht auseinanderfällt im Arm und Reich.


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