Deutscher Gewerkschaftsbund

04.10.2017

NGG Regionsvorstandstreffen in Würzburg

Würzburg. Am 27. September 2017 traf sich der Regionsvorstand der NGG im Beethovencenter in Würzburg. Bei dem Treffen ging es um die Jugendarbeit der Gewerkschaft, die vergangene Bundestagswahl, kürzlich erfolgte Tarifabschlüsse, Kündigungen – unter anderem einer schwangeren Kollegin – in Aschaffenburg und zuletzt um die Mitglieder- sowie Beitragsentwicklung der NGG-Region Unterfranken.

Zu Gast war unter anderem der neue Landesjugendsekretär der NGG, Demir Caner. Er stellte sich und die Jugendarbeit der NGG auf Bezirksebene vor. Zugleich referierte er über die bundesweit Altersstruktur sowie der NGG in Bayern. Er stellte Ansätze vor, wie die Jugendarbeit auch vor Ort unterstützt werden könnte und bot einen Überblick über seine bisherigen Aktivitäten.

Anschließend erfolgte durch Ibo Ocak, den Geschäftsführer der NGG Region Unterfranken, eine Analyse der Ergebnisse der Bundestagswahl sowie der daraus resultierenden Koalitionsmöglichkeiten bzw. Konsequenzen für Beschäftigte. Darauf folgte eine kurze Diskussion, wobei man sich einig war, dass es in den kommenden vier Jahren unter einer wahrscheinlichen Jamaika-Koalition sehr schwierig für Gewerkschaften und Arbeitnehmer werden würde.

Nach der Analyse erfolgte sein Bericht über die kürzlich erfolgten Tarifabschlüsse. Unter anderem berichtete Ibo vom Ergebnis für die bayerische Milchwirtschaft. Hier wurde in Rekordzeit ein Plus von 2,7 % für Löhne und Gehälter verbucht. Gleichzeitig wurde die Laufzeit aller vier bestehenden Tarifverträge auf den 30. September 2018 angeglichen. So kann bei der nächsten Verhandlung auch mehr Druck ausgeübt werden. Für die Übergangsmonate gibt es je nach Tarifgebiet eine Erholungsbeihilfe von 75 € bzw. 150 € für die Beschäftigten. Auch die Auszubildenden haben Grund zur Freude: Ihre Vergütungen wurden um 70 € im ersten Ausbildungsjahr, um 60 € im zweiten und um 50 € im dritten erhöht.

Im Rahmen der Tarifabschlüsse bzw. Tarifverträge ging es auch um das Backhaus Bickert in Aschaffenburg, wo im August sieben Beschäftigten gekündigt wurde, weil diese eine Bezahlung nach Tarifvertrag gefordert hatten. Eine der Kolleginnen ist sogar schwanger, was dem Arbeitgeber zum Zeitpunkt der Kündigung auch bekannt war. Sie ist mittlerweile an ihre Arbeitsstätte zurückgekehrt. Vor allem die rechtliche Konstruktion der Firma Bickert ist höchstinteressant bzw. fragwürdig: Das Unternehmen ist wohl nicht tarifgebunden, sondern ausschließlich der Arbeitgeber – als eigener Betrieb. Solch eine Konstruktion ist rechtlich wohl möglich und bedarf daher einer Prüfung, da sie das Prinzip des Tarifvertrags ad absurdum führt. Zum Fall Bickert berichteten wir bereits am 28. August:

http://unterfranken.dgb.de/++co++546babde-8bd2-11e7-997b-525400e5a74a

Zuletzt erfolgte die Analyse der Mitgliederzahlen bzw. Beitragszahlungen. Hier steht die Region Unterfranken im bayerischen Vergleich sehr gut da. Zum Ende des Jahres wird man die Mitgliederzahlen im Vergleich zum Vorjahr wahrscheinlich sogar noch ein wenig steigern können. Auch bei den Beitragszahlungen kann ein Zuwachs verzeichnet werden.


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