Deutscher Gewerkschaftsbund

11.05.2017
DGB Kreisverband Rhön Grabfeld

Maikundgebung Bad Neustadt

Ein Blick in den Saal

Ein Blick in den Saal DGB KV Rhön-Grabfeld

Bad Neustadt. Mit deutlicher Kritik an die Politik eröffnete der DGB Kreisvorsitzende Johann Treubert im Alten Amtshaus in Bad Neustadt vor ca.70 Kolleginnen und Kollegen die Maikundgebung. Johann Treubert verwies zu Beginn auf das Motto der Mai Kundgebungen "Wir sind viele. Wir sind eins." Damit kommt zum Ausdruck: Die Solidarität der DGB Gewerkschaften untereinander, aber auch die Solidarität von Frauen und Männern im Arbeitsleben bekommt mit dem Motto des 1.Mai eine besondere Bedeutung.

"Wir brauchen eine freie, demokratische und soziale Gesellschaft" betonte Johann Treubert. "Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt unseres Wirkens als Gewerkschafter. Die Würde des Menschen in der Arbeitswelt, das Recht auf faire Löhne, und das Recht auf sichere Arbeitsverträge, sowie das Recht auf Absicherung im Falle von Arbeitslosigkeit oder Krankheit und - nicht zu vergessen - das Recht auf eine den Lebensstandard weitgehend sichernde Rente."

Er zitierte Fritz Schösser: "Die Rente ist das Vermögen der Arbeiter und Angestellten" und damit die Lebensgrundlage für das Alter. Sie ist einer der Voraussetzungen für den sozialen Frieden im Land. Es ist der Sozialdemokratischen Partei ins Stammbuch zu schreiben, dass sie dieses Recht auf eine angemessene Rente verletzt hat. Johann Treubert forderte auf, wesentliche Teile der Agenda 2010 zu korrigieren. Es kann nicht hingenommen werden, dass die Einkommensschere aus Kapitalvermögen und Einkommen aus Arbeit zu Ungunsten der Kolleginnen und Kollegen, die von ihren Arbeitseinkommen leben müssen elementar auseinander geht.

Peter Baumann - ehemals Gewerkschaftssekretär bei ver.di, ging auf wesentliche Teile der politischen Handlungsweise ein. Im Unterschied zu den Ausführungen von Johann Treubert forderte er nicht eine teilweise Korrektur der Agenda 2010 sondern die Abschaffung dieser. Baumann sieht in der Agenda 2010 einen Vorgang der die abhängig Beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihrer Lebensleistung beraubt. Er belegte sehr ausführlich seine aufgeführten Fakten zur Agenda 2010, die in der Hauptsache Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen hat. Bei der Deutlichkeit seiner Ausführungen war für den einen oder andern Teilnehmer Betroffenheit oder auch Ärger erkennbar.

Peter Baumann betonte, dass im Zuge der Agenda der Niedriglohnsektor massiv ausgebaut wurde. Unternehmen entfernen sich aus der Tarifgebundenheit und Privatisierungen in öffentlichen Dienstbereichen haben zugenommen. Weiter seien heute ca. 1 Million Menschen in Leiharbeit und ca. 7 Millionen Frauen und Männer geringfügig beschäftigt. Dies wollen und können Gewerkschaften nicht akzeptieren.

Zum Mindestlohn führte Kollege Peter Baumann aus, das man durchaus froh sein kann diesen zu haben, aber gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass er wesentlich zu niedrig ist. Er reicht nicht zur Finanzierung einer ausreichenden Rente und noch weniger reicht es für eine angemessene Lebensgestaltung.

Blick in den Saal

Blick in den Saal DGB KV Rhön-Grabfeld


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