Deutscher Gewerkschaftsbund

02.05.2017
DGB Kreisverband Bad Kissingen

Maikundgebung 2017 in Bad Kissingen

Wir sind viele, wir sind eins! - 1. Mai 2017

von links: Pater Matthias Doll; Gerhard Klamet Vorsitzender KV KG; Victoria May stellv. Vorsitzende KV KG; Daniel Friedrich, Gewerkschaftssekretär IG Metall Schweinfurt

von links: Pater Matthias Doll; Gerhard Klamet, Vorsitzender KV KG; Victoria May stellv. Vorsitzende KV KG; Daniel Friedrich, Gewerkschaftssekretär IG Metall Schweinfurt DGB KV Bad Kissingen

Rund 50 Maigäste plus Gastredner fanden sich zur Maikundgebung des Kreisverbandes Bad Kissingen im großen Saal des Hotel Dösch in Bad Kissingen ein. Bei Weißwurst und musikalischer Untermalung mit dem Rhön Trio begrüßte Kreisvorsitzender Gerhard Klamet die Anwesenden und präsentierte das Motto des DGB 2017: „Wir sind viele. Wir sind eins.“

Gerhard Klamet gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr (Mai 2016 – Mai 2017) und ließ Aktivitäten des Kreisverbandes und der Kreisverbände noch einmal Revue passieren. Besondere Aufmerksamkeit fand natürlich der Großevent des vergangenen Jahres, das „Burgfest der Gewerkschaften“. Zur Erinnerung erhielten die Gäste eine Niederschrift überreicht.

Weiterhin gab Klamet einen Ausblick auf das laufende Jahr. Eine Veranstaltung mit ver.di sei bereits in konkreter Planung zum Thema „Gesundheit als Ware“, Veranstaltungstermin: 27.06.2017, ebenfalls im großen Saal des Hotel Dösch.

Zudem fänden am 19. Oktober die nächsten KV Wahlen in Bad Kissingen im Rahmen einer Delegiertenkonferenz statt. Anschließend ging der Vorsitzende auf die Situation bei Schäffler ein, indem er den Erhalt ALLER Arbeitsplätze trotz Werkschließung als Erfolg würdigte, entgegen der Kritik seitens der Presse und gewisser Kommunalpolitiker. Ebenso fand Klamet Worte zu dem Pressebericht über die Staatsbad GmbH (Arbeitsklima, ungerechtfertigte Mahnungen und Versetzungen, Verhalten gegenüber dem Betriebsrat usw.) und betonte die Wichtigkeit von Zusammenhalt und gewerkschaftlicher Organisation ganz im Sinne des DGB Mottos.

 

Daniel Friedrich, Gewerkschaftssekretär IG Metall Schweinfurt

Daniel Friedrich, Gewerkschaftssekretär IG Metall Schweinfurt DGB KV Bad Kissingen

Das Grußwort sprach Kapuzinerpater Matthias Doll, dem in seiner Funktion als Betriebsseelsorger einmal von einem Unternehmer vorgeworfen wurde, er sei „so links, dass er rechts wieder raus käme.“ Doll, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, war bereits Mitte der 80erJahre als Redner zu Gast beim DGB OV Bad Kissingen und sprach auf mehreren Kundgebungen in der Republik. Der Pater betonte die Wichtigkeit von gewerkschaftlichem Engagement und die Wichtigkeit, auch weiterhin kämpfen zu müssen für eine sozialere Gerechtigkeit. „Jammern nützt nichts, man muss machen“, waren seine Worte und forderte die Gewerkschaften auf, als Kampforganisationen erhalten zu bleiben. „Früher waren wir 12 Millionen, heute nur noch die Hälfte. Daran müssen wir arbeiten“. Pater Matthias Doll ist seit 43 Jahren Gewerkschaftsmitglied bei ver.di.

IG Metall Gewerkschaftssekretär Daniel Friedrich (Geschäftsstelle Schweinfurt) hielt die Hauptrede zum Motto des DGB Zusammenhalt, Einigkeit und Stärke seien nötig und wichtige, auch mahnte er den Rechtspopulismus und die damit einhergehende Hetze gegen Flüchtlinge und Ausländern im Allgemeinen an. Er forderte eine gerechtere Arbeitswelt. Die neue Gesetzgebung gegen Leiharbeit und Werkvertrag sei beispielsweise ein Schritt in die richtige Richtung, aber es bestünden einfach zu viele Lücken. Er kritisierte das Blockieren von Änderungen im Teilzeit-Befristungsgesetz, wie zum Beispiel die Rückkehr von Teilzeit in ein Vollzeitbeschäftigungsverhältnis. Union Busting war ebenfalls ein Thema, das systematische Zerschlagen oder Behindern von Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit unter Zuhilfenahme darauf spezialisierter Anwaltskanzleien. Trotzdem kämpften Tausendschaften von Betriebs- und Personalräte nicht erfolglos. So sei zum Beispiel die Gewerkschaft NGG dabei, in der Systemgastronomie (McDonalds, Lohn drei Cent über dem Mindestlohn) Tarifverträge zu erkämpfen, diese gelänge nur mit vereinter Kraft von organisierten Beschäftigen, Betriebsräten und Gewerkschaft.

 

Gäste

Gäste DGB KV Bad Kissingen

Das Thema Rente und das Superwahljahr 2017 sprach Friedrich ebenfalls an, mit der Forderung an die Parteien eine Politik für die Beschäftigten zu betreiben.

Darum bat auch Gerhard Klamet in seinen Schlusswort und äußerte den Wunsch, dass die Koalitionsparteien sollen wieder gezielt Politik FÜR die Menschen und weniger für die Arbeitgeberverbände betreiben mögen und wies unter anderem auf die Beschäftigungssituation vieler junger Menschen hin, die wie hilflos im Netz von Befristungen und Leiharbeit ein nicht planbares Leben führten.

Der Ausklang erfolgte wie immer mit dem traditionellen Musikstück „Brüder zur Sonne, zur Freiheit.“

 

 

 

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