Deutscher Gewerkschaftsbund

16.11.2016
Ver.di ehrt langjährige Mitglieder

Meine Mitgliedschaft war und ist jeden Tag richtig

ver.di Bezirk Schweinfurt

Nach 70 Jahren Mitgliedschaft bei ver.di und ihren Vorgängerorganisationen sagt Wilhelm May: „Es ist und war jeden Tag richtig Mitglied zu sein. Nur durch unsere Solidarität konnten wir unsere Erfolge erzielen.“ Gemeinsam mit Fritz Bonengel, der ebenfalls für 70 Jahre geehrt (Heinz Greulich 70 Jahre war entschuldigt) wurde, können 17 Kolleginnen und Kollegen 60 Jahre Mitgliedschaft feiern. Weitere 26 Mitglieder sind 50  Jahre,  48 Mitglieder 40 Jahre und 86 Mitglieder 25 Jahre Mitglied bei ver.di.

Die Schweinfurter Vorsitzende Doris Berz, ihr Stellvertreter Rainer Reichert, ver.di Geschäftsführer Sinan Öztürk und DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Firsching dankten allen für ihre Engagement und Unterstützung. Doris Berz und Sinan Öztürk konnten sich auch persönlich über 40 bzw. 25 Jahre Mitgliedschaft freuen.

Frank Firsching erinnerte in seiner Festrede an die Erfolge der Arbeiterbewegung. „Ich erwarte eigentlich täglich Dankesbriefe der Tourismusverbände“, so Firsching. Denn ohne die Gewerkschaften gäbe es weder Urlaub noch Urlaubsgeld. Der DGB-Chef erinnerte an die Arbeitsbedingungen vor 150 Jahren: täglich wurden 10 bis 12 Stunden gearbeitet, nur der Sonntag war frei, es gab keinen Urlaub und keine sozialen Sicherungssysteme. Das alles hat sich auf Druck der Gewerkschaften verändert. Frank Firsching mahnte alle, die dies für selbstverständlich hielten, dass diese Bedingungen längst noch nicht weltweit gelten. „Im letzten Jahr war Armirul Haque Amin, Vorsitzender der Textilgewerkschaft in Bangladesch, bei uns zu Besuch. Er schilderte uns sehr eindringlich die katastrophalen Arbeitsbedingungen der Näherinnen. Die Kleidung, die wir täglich tragen, ist meist unter diesen schlechten Bedingungen produziert worden. Deshalb stehen auch wir in der Verantwortung, dass sich auch an ihren Arbeitsbedingungen endlich etwas verbessert!“

ver.di Bezirk Schweinfurt

Die Geschichte der Arbeiterbewegung sei aber auch von Verboten geprägt. Durch die Sozialistengesetze von Reichskanzler Otto von Bismark wurden die Gewerkschaften von 1878 bis 1891 verboten. Die Nationalsozialisten verboten von 1933-1945 Gewerkschaften nicht nur. Tausende Kolleginnen und Kollegen wurden in den KZs gefoltert und ermordet. „Die, die überlebt haben, haben in Schweinfurt bereits im Herbst 1945 den Schweinfurter Gewerkschaftsbund gegründet. Eine Gewerkschaft für alle! Sie gründeten die Einheitsgewerkschaft für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, unabhängig vom Geschlecht, der Hautfarbe, der Religion, ihrer Herkunft oder ihrer Partei“, so Frank Firsching. Das sei auch die Lehre aus der Geschichte gewesen. Denn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürften sich nicht spalten lassen. „Deshalb gelten unsere Tarifverträge für alle. Für jede und jeden gibt es so höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen!“ erklärte Frank Frisching. Dies sei nicht nur gut für die Beschäftigten, sondern auch für den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft. In diesem Zusammenhang kritisierte Firsching Gewerkschaften, die sich nur für eine Beschäftigtengruppe im Betrieb interessieren. „Das ist genau das Gegenteil von dem, wofür wir als DGB-Gewerkschaften stehen, nämlich für Solidarität.“

Der DGB-Regionsgeschäftsführer blickte in seiner Rede jedoch nicht nur auf die Vergangenheit. Für die Gewerkschaften gäbe es viel zu tun. „Mit einer starken Tarifpolitik gelingt es die Schere zwischen arm und reich wieder zu schließen“, bekräftigt Firsching. Gerechte Löhne seien auch die Voraussetzung für gute Renten. „Wir haben vor wenigen Wochen eine Rentenkampagne gestartet. Denn wir müssen jetzt handeln, damit Kolleginnen und Kollegen im Alter ihren Lebensstandard halten können und eben nicht von Altersarmut bedroht sind.“ Der DGB-Chef blickte auch auf die Bundestagswahl 2017. „Wir werden uns bei vielen Themen einmischen. Eines müssen wir dabei besonders deutlich machen: in Schweinfurt und in ganz Deutschland darf kein Platz für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sein!“

Die mahnenden Worten fanden sich auch in den Texten der DGB-Songgruppe wider. Diese umrahmte die Feier in der Hafengaststätte.

ver.di Bezirk Schweinfurt


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