Deutscher Gewerkschaftsbund

07.10.2016
Gewerkschaften und kirchliche Gruppen informieren in Würzburg

Frauen in der unterfränkischen Nazi-Szene

Monique Schober aus Haßfurt bei einem Auftritt im März 2016 in Schweinfurt. Schober spielt eine gewichtige Rolle in der rechten Szene. Seit ihrem Zuzug nach Unterfranken fanden aufgrund ihrer Initiativen Veranstaltungen statt, bei denen sich polizeibekannte Neonazis versammelten. Monique Schober ist in den sozialen Netzwerken und auf youtube aktiv. Dort verbreitet sie ihre Bekenntnisse und mobilisiert zu Kundgebungen und Demonstrationen. Schober unterhält enge Beziehungen zur NPD.

Monique Schober aus Haßfurt bei einem Auftritt im März 2016 in Schweinfurt. Schober spielt eine gewichtige Rolle in der rechten Szene. Seit ihrem Zuzug nach Unterfranken fanden aufgrund ihrer Initiativen Veranstaltungen statt, bei denen sich polizeibekannte Neonazis versammelten. Monique Schober ist in den sozialen Netzwerken und auf youtube aktiv. Dort verbreitet sie ihre Bekenntnisse und mobilisiert zu Kundgebungen und Demonstrationen. Schober unterhält enge Beziehungen zur NPD. Foto: Endstation Rechts

Würzburg. Nazis sind kahlgeschorene Männer mit Springerstiefeln? So einfach ist das längst nicht mehr! Heute spielen Frauen in der Nazi-Szene eine gewichtige Rolle. Auch in Unterfranken. Über das Thema „Frauen in der rechten Szene“ sprachen DGB und ver.di Frauen mit Vertreterinnen kirchlicher Gruppen in Würzburg. Expertin des Abends: Constanze Borckmann von der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus für Mittel- und Unterfranken. Constanze Borgmann gab einen Überblick und stand zur Diskussion bereit.

Die Sozialpädagogin geht davon aus, dass gut 30 Prozent in der Szene Frauen sind. Prominentes Beispiel: Die NSU Angeklagte Beate Zschäpe. Auch in Unterfranken sind Frauen in rechten Gruppen aktiv. Bekannte Beispiele sind Sigrid Schüßler vom bayerischen Untermain und Monique Schober aus dem östlichen Unterfranken. Sie spielen eine gewichtige Rolle in der Mobilisierung bei Naziveranstaltungen und treten regelmäßig auch als Rednerinnen auf. In den sozialen Netzwerken sind die beiden Frauen ebenfalls aktiv. Ihre Strategie, Anschluss in bürgerliche Kreise zu finden läuft nach dem Prinzip aktuelle Fragen aufzugreifen um sie dann mit Naziideologie zu vermischen.

Sigrid Schüßler aus Aschaffenburg bei einer Rede in Ende Januar 2016 in Bamberg. Schüßler ist lange in der Szene aktiv, war zum Beispiel Vorsitzende des RNF (Ring Nationaler Frauen) und Spitzenkandidatin der bayerischen NPD. Sie unterhält enge Beziehungen in die Neonaziszene und tritt als Rednerin bei Naziveranstaltungen auf.

Sigrid Schüßler aus Aschaffenburg bei einer Rede in Ende Januar 2016 in Bamberg. Schüßler ist lange in der Szene aktiv, war zum Beispiel Vorsitzende des RNF (Ring Nationaler Frauen) und Spitzenkandidatin der bayerischen NPD. Sie unterhält enge Beziehungen in die Neonaziszene und tritt als Rednerin bei Naziveranstaltungen auf. Foto: Endstation Rechts

Das Internetportal „Mut gegen rechte Gewalt“ schreibt zum Thema Frauen in der rechten Szene:  „Für die rechte Szene spionieren Frauen beispielsweise politische Gegnerinnen und Gegner aus oder ziehen die Fäden als Organisatorinnen im Hintergrund. Sie mieten Räume für Veranstaltungen, melden Demonstrationen an oder nehmen Kredite auf. Sie profitieren dabei von der weitverbreiteten Annahme, Frauen seien grundsätzlich „harmlos“ und „friedfertig“….“

Weiterführende Informationen liefert das Buch „Mädelsache!: Frauen in der Neonazi-Szene“. Zum Buch, erhältlich im Buchhandel: „Frauen treten in der Neonazi-Bewegung zunehmend selbstbewusst auf. Bei den Enthüllungen über den NSU wurde offenbar, dass rechte Frauen auch vor terroristischen Aktionen nicht zurückschrecken. Gestützt auf Insiderinformationen geben die beiden Kenner des rechtsextremen Milieus Andrea Röpke und Andreas Speit einen Einblick in das Innenleben dieser Szene. Sie schildern, wo völkische „Sippen“ bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen, fragen, warum Politik und Verfassungsschutzbehörden diesem gefährlichen Treiben tatenlos zuschauen, und zeigen Strategien gegen die rechtsradikale Unterwanderung der Gesellschaft auf.


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