Deutscher Gewerkschaftsbund

04.05.2017
DGB Kreisverband Schweinfurt

Maikundgebung Schweinfurt: Neues Konzept – voller Platz

Wir sind viele, wir sind eins! - 1. Mai 2017

Frank Firsching, DGB Kreisvorsitzender Schweinfurt

Frank Firsching, DGB Kreisvorsitzender Schweinfurt Josef Lamber

Zufrieden durfte der DGB Kreisvorsitzende Frank Firsching auf die konzeptionellen Änderungen der Schweinfurter Maikundgebung blicken – weil sie gut angekommen sind. Das neue Platzkonzept mit der wertigen Bühne auf der Längsseite des Georg-Wichtermann-Platzes sorgte für mehr Nähe. Der Platz wirkte kompakter, auch die vielen Info-Stände von Verbänden und Parteien kamen besser zur Geltung. Noch wichtiger: Mit mehr als 600 Teilnehmern war der Platz trotz winterlicher Kühle gut gefüllt.

Nicht zu vergessen das inhaltlich neue Kundgebungskonzept. Statt einer langen Grundsatzrede, wurden nach der Eröffnung und Begrüßung drei kürzere Beiträge aus unterschiedlichen Betrieben und Branchen gehalten. Auch diese Neuerung fand bei vielen Kundgebungsteilnehmern Gefallen.

Jetzt aber zum Inhalt, denn politisch wurde es allemal. Franz Wager, Betriebsrat im Leopoldina Krankenhaus, forderte deutlich mehr Pflegepersonal in den Kliniken: „Mehr von uns sind besser für alle“, sein Motto. Wer möchte da widersprechen. Schon Auszubildende litten unter der dünnen Personaldecke. Kein Wunder, dass es immer mehr gut ausgebildete Pflegekräfte gen Skandinavien ziehe, wo die Arbeitszeiten deutlich kürzer und besser geregelt seien. So kämen in Deutschland auf eine Pflegekraft im Krankenhaus 14 Patienten, in Finnland nur sieben. Seinem Plädoyer für mehr Personal an die Politik folgte jedoch auch ein Aufruf an die Pflegekräfte landauf landab. Sie sollten „nicht jammern, sondern kämpfen“ und sich gewerkschaftlich bei ver.di organisieren.

 

 

Marcus Miller, ehemals Betriebsrat im Kaufland Schweinfurt und Mitglied im Landesfachvorstand Handel von ver.di Bayern, legte seine Hände in die großen Wunden des Einzelhandels. Tarifflucht vieler Arbeitgeber, infolge schlechte Bezahlung, viele Teilzeit- und Minijobs, dazu ausufernde Befristungen und am Ende eine Rente unterhalb der Sozialfürsorge. Schon deshalb hätten viele Beschäftigte im Einzelhandel zwei oder drei Jobs um über die Runden zu kommen. Das müsse sich grundlegend ändern, so Miller. So fordere ver.di in der aktuellen Tarifrunde die Erhöhung der Stundenlöhne um einen Euro und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung von 100 Euro. Geld, das die Beschäftigten dringend benötigten. Politisch nötig sei zudem die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge, weil sich immer mehr Handelsriesen aus der Tarifbezahlung verabschiedeten, um die Menschen auszubeuten.

Einen internationalen Blick auf Digitalisierung und Arbeitnehmerrechte warf Mattihias Hartwich, Sekretär der internationalen Gewerkschaftsvereinigung IndustriALL Global Union. Einer weltweit operierenden Dachorganisation der Industriegewerkschaften. Derr Schweizer machte beispielhaft deutlich, wie Digitalisierung unser Leben und unsere Arbeit verändern werden. Die Aufgabe der Gewerkschaften sei es zu verhindern, dass dabei die Arbeitnehmerrechte unter die Räder kämen, wie es vielen Schwellenländer Alltag sei. Denn im Interesse des Kapitals liege es, indonesischen Zementfabrikarbeiter, Näherinnen in Bangladesch, indische Glasbläser oder auch deutsche Einzelhandelsbeschäftigte in prekäre Arbeitsverhältnisse zu stecken, um den Profit zu steigern.

„Eine gute Rente, die für ein Leben in Würde reicht“ forderte DGB- Kreischef Firsching in seiner Eröffnungsrede. Dabei sei eine Erwerbstätigenversicherung einzuführen, in die auch Politiker, Selbstständige und Beamte einzahlen, um einen Solidarausgleich gewährleisten zu können.

 

Hier kann die Maizeitung des DGB Unterfranken heruntergeladen werden:

beim Singen: "Brüder zur Sonne, zur Freiheit"

beim Singen: "Brüder zur Sonne, zur Freiheit" Josef Lamber


Nach oben