Deutscher Gewerkschaftsbund

19.12.2016

Gute Arbeit – Gute Rente Gilt das auch für Frauen?

Aus Entgeltlücke wird Rentenkluft

Gute Arbeit – Gute Rente Gilt das auch für Frauen?

Gute Arbeit – Gute Rente Gilt das auch für Frauen?
Beginn der gemeinsamen Veranstaltung zwischen DGB, KAB, Frauenhearing und der Stadt Aschaffenburg
DGB Unterfranken

Aschaffenburg. Mehr als 3/4 aller Frauen und etwa 1/3 der Männer, die 2015 in Bayern in Rente gingen, erhalten eine gesetzliche Altersrente, die unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegt. Mehr als die Hälfte der Frauen und immerhin fast ¼ der Männer müssen sogar mit weniger als 600 Euro Altersrente auskommen. Mit diesen Zahlen begann die stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirk Bayern Verena Di Pasquale ihren Vortrag im Aschaffenburger Martinushaus. Anlass der Abendveranstaltung war die Veröffentlichung des Rentenreports des DGB Bayern. Die Veranstaltung wurde von den DGB-Frauen in Kooperation mit der KAB, der Stadt Aschaffenburg und dem Aschaffenburger Frauenhearing organisiert und startete mit einem Generationengespräch.

Gute Arbeit – Gute Rente Gilt das auch für Frauen?

Helena, Jahrgang 50 und bereits in Rente, die 42 jährige Anita, Kauffrau für Bürokommunikation und die 16 jährige Schülerin Renate diskutierten zu Beginn über ihre Situation und gaben Beispiele aus dem Alltag. DGB Unterfranken

Helena, Jahrgang 50 und bereits in Rente, die 42 jährige Anita, Kauffrau für Bürokommunikation und die 16 jährige Schülerin Renate diskutierten zu Beginn über ihre Situation und gaben Beispiele aus dem Alltag. Helena stieg mit der Frage ein, wie sie mit der niedrigen Rente ein Leben in Würde führen soll: „Was ich hab‘ nur 600 € Rente? Meine Miete ist 410€ warm.“ Anita stellte fest: „Wenn ich deinen Rentenbescheid sehe, muss ich ganz schnell auf Vollzeit gehen. Ob da mein Chef mitspielt? Für meinen 8 jährigen Sohn brauche ich einen Hortplatz.“

Und die 16 jährige Renate will alles anders machen: „Ich suche mir den Beruf mit der höchsten Ausbildungsvergütung. Und später schaue ich, dass ich ein Unternehmen finde, die auch Frauen berufliche Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Und Kinder krieg ich nur mit einem Partner, der mitzieht. Für die Kinder suchen wir dann eine schöne Krippe und teilen die Haus- und Erziehungsarbeit. Ich hoffe, dass dann die 30 Stunden-Woche die Regel ist und gleicher Lohn für gleiche Arbeit normal ist.“

Gute Arbeit – Gute Rente Gilt das auch für Frauen?

Diskussionsthema auf der Abendveranstaltung:
Mehr als 3/4 aller Frauen und etwa 1/3 der Männer, die 2015 in Bayern in Rente gingen, erhalten eine gesetzliche Altersrente, die unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle liegt.
DGB Unterfranken

Verena Di Pasquale nahm die Punkte des Generationengesprächs gerne auf und ließ sie in ihren Vortrag einfließen. Dabei beleuchtete Di Pasquale insbesondere den geschlechtsspezifischen Horizont beim Thema Rente. Mehr als 1 Millionen Frauen arbeiten in Bayern in Teilzeit, über 500.000 in Minijobs. Daher forderte Di Pasquale ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit und mehr Arbeitszeitsouveränität. aber auch Erziehungs- und Pflegezeiten von Frauen müssten besser anerkannt werden.

Di Pasquale appellierte, dass die Sensibilität für die eigene Rente bei Frauen gestärkt werden müsse. Denn Renate Schmidt hat es in einem ihrer Bücher mit dem Titel deutlich gemacht: „Der Mann ist keine Altersvorsorge!“

 

Der Rentenreport des DGB Bayern kann unter:

https://bayern.dgb.de/-/hSk

Gute Arbeit – Gute Rente Gilt das auch für Frauen?

Di Pasquale appellierte, dass die Sensibilität für die eigene Rente bei Frauen gestärkt werden müs-se. Denn Renate Schmidt hat es in einem ihrer Bücher mit dem Titel deutlich gemacht: „Der Mann ist keine Altersvorsorge!“ DGB Unterfranken


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